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Taschenbuch der Edelsteinkunde : für Mineralogen, Techniker, Künstler und Liebhaber der Edelsteine / bearbeitet von Reinhard Blum
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stein, hervorgeht, da derselbe arabischer Abstammungist. Auch trugen zur Zeit des Trojanischen Krie-ges die Frauen Halsketten aus Bernstein gefertigt,wie Homer berichtet. Die Eigenschaft desselben,gerieben leichte Körper anzuziehen, war den Altenebenfalls nicht entgangen, ohne daß sie jedoch daSWesen der Elektricität genau gekannt hätten. Tha-les war darüber so erstaunt, daß er glaubte, derBernstein besitze eine Seele. Auch Plinius sagt:er wird durch die Wärme belebt. Er stellte ihnzu seinem Lyncur. Früher wurde er als Amuletgetragen, und diente zur Bereitung von Arznei-Mitteln.

Ueber den Ursprung des Bernsteins war manschon in den ältesten Zeiten nicht einig. Ph Ne-in on soll denselben, wie Plinius berichtet, zuden Fossilien gezählt haben; Tacitus dagegenschloß aus den Insekten, welche er zuweilen in sichenthält, daß er ein Baumharz seyn müsse. Auchbei uns wurde er lange für ein Mineral gehalten;doch geht aus den Untersuchungen A. F. Schweig-gers hervor, daß er ein dem Bernsteinbaum ent-flossenes Harz sey, was noch durch die Beobach-tung Brewster's bestätigt wird, daß sich derselbehinsichtlich der Lichtpolarisirung eben so verhalte.