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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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346
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Italien.

(4. Abschnitt.

staate (unter andern 1590 auf Mischen Schiffen nach Livorno) ver-schifft, und mau holte dorther wohl anfangs indische, nachher italienischeLandesproducte; doch ist über besondere Privilegien und Specialitätendieses hansischen Verkehres bis jetzt gar nichts bekannt geworden. Wirwollen die Andeutungen beifügen, welche Burmeister hierüber gegebenhat, zumal es wohl das Vollständigste ist, was wir besitzen. „Daß dieHansastädte, sagt er, zur See nach Italien Handel trieben, ist vor dem16. Jahrhundert nicht nachzuweisen. Es mögen immerhin einigeunternehmende Schiffer die Fahrt nach Italien gemacht haben, alleingewöhnlich war sie nicht. Der Haupthandel wurde in Brügge ge-schloffen, wo jede der bedeutendsten Handelsstädte Italiens ihre Handels-gesellschaft hatte. Daher ist es gewiß unrichtig, das deutsche Haus inVenedig als eine Niederlage der Hansa zu bezeichnen. Dies Haus,il kontvKo <li lellosetii genannt, gehörte, soviel wir wissen, den süd-deutschen Städten, namentlich Negensburg, Augsburg, Ulm, Nürnbergund andern Reichsstädten. Es ist jedoch damit nicht gesagt, daß nichtKaufleute aus den Hansastädten in Venedig gewohnt haben mögen,welche von dort aus Handel trieben. Nur die Hansa im Ganzen hattedaran keinen Antheil. — Wenn also Verträge zwischen der Hansa undden Handelsstädten Italiens bestanden, von denen bis jetzt aber nichtsUrkundliches nachgewiesen ist, so betrafen sie nur die seltenen Fälle, wohansische Schiffe sich den Häfen Italiens näherten. Daß dies in derletzten Hälfte des 16. Jahrhunderts der Fall war, leidet keinen Zweifel.Die Verlegung des hansischen Comtoirs von Brügge nach Antwerpenund das hansische Consulat in Lissabon führten manche Veränderungenin den Handelsbeziehungen herbei. Es ist nicht unwahrscheinlich, daßvon Lissabon die ersten Fahrten nach Italien gemacht worden sind. Daßder Handel nach Italien in späterer Zeit über Spanien ging, oder daßdie nach Italien bestimmten Schiffe in spanischen Häfen Fracht einnah-men, ist gewiß. Wahrscheinlich fanden die hansischen Schiffer in denHäfen Italiens hinreichende Frachten für ihre großen meistentheils mitGetreide beladenen Schiffe. So fuhren 1590 Schiffe mit Korn vonLübeck nach Livorno. Eine directe Schifffahrt von den Hansastädtennach den Städten Italiens farrd vor der zweiten Hälfte des 16. Jahr-