Merkwürdige Gemälde. 119
Nische als fremde Künstler und Kenner zu, daßman dieselben wohl keinem andern als dem An-drea del Sarro zuschreiben könne; und dieserj Meynung sind alle, welche entweder in Italien,oder wenigstens in den berühmtesten Bildergal-lerien andrer Lander Gemälde von Andrea dekGares gesehen haben.
Jetzt wird es wohl keiner Entschuldigungi mehr bedürfen, daß ich mich so lange bey diesenKunststücken aufhalte; denn, welchem Liebhaberkann unbekannt seyn, daß A. del Gares ein Zeit.' genösse Raphaels war, mit diesem großen Man.ne in vielen Stücken um den Vorzug stritte, ihnin der Lieblichkeit, und in der Kraft des Koloritsmehrentheils übertraf, und daß seine vortreffli-chen Werke noch seltener, als selbst Raphael»feine angetroffen werden. Ich hatte gleich beydem ersten Male dem Minister vonpodewils be-zeugt, daß dieses Altarstück wenigstens einigetausend Thaler werth seyn müsse; worauf ersich erklärte, daß er wohl wünschte, dasselbe füreine solche Summe, zum Besten der Kirche, anMann zu bringen, oder eigentlich um zu Wu-sterwitz ein Armen-und Waysenhaus zu errich-ten. Als ich nachher die Gemälde, noch einPaar Mal lange betrachtet hatte, konnte ichder Versuchung nicht länger widerstehen, dieseMeisterstücke der Vergessenheit zu entreißen, undzugleich eine heilsame Stiftung zu befördern, zu-H 4 mal