Band 
Erster Band.
Seite
163
JPEG-Download
 

Landgüter zu Ora. r6z

Kirche aufzusetzen. Cs war mir übrigens lieb,weil eben Gottesdienst gehalten wurde, denselbenunter preußischem Schutze noch von den Jesui-ten selbst und in der Kleidung ihres Ordens ver-richten zu sehen; hatte ich aber nicht diese Geist-liche die Messe lesen, und das Volk auf den Kniengesehen, würde ich beynahe in einer protestanti-schen Kirche zu seyn geglaubt haben, denn es wur-den mit Zuziehung der Orgel deutsche Lieder ge-sungen, und vollkommen klang der gemeinschaft-liche Gesang wie in den evangelischen Kirchen.

Gegen Mittag holte mich Herr Rade in sei-nem Wagen ab, um in dem Dorfe Vra (eineViertclmeile von Danzig) bey seinem Mocle,Herrn Gradtmüller, zu Mittag zu speisen. Dieserhat hier einen angenehmen ländlichen Aufenthaltfür sich und seine Familie, und viele reiche Han-delsleute aus der Stadt haben auch in demsel-ben Dorfe schöne Landgüter. Eines davon saheich gegen Abend, es gehöret Herrn SchoppensHauer, einem der angesehensten Handelsmänner,in dessen Charakter dieses ein schöner Zug ist, daß erseinen Garten als öffentlich will angesehen haben,und ohne Ausnahme einem jeden in demselben znspazieren erlaubet. Wir trafen auch wirklicheine Menge selbst von den gemeinsten Leuten hieran, die sich die Güte des Besitzers zu Nutze mach-ten; der Garten ist sehr groß, unregelmäßig,und hat einige ganz angenehme Partien.

Lr In