Herr Blanchot. 14z
berühmten Ritter von Benoit ablöfete. Er istnoch in den besten Jahren, aber sehr mit Brust-beschwerden geplagt; er lebt beynahe von garnichts, als Milch, Brodt und Obst; und zuEnde des vorigen Jahres hat er seinen Abschiedgenommen, um sich in sein Vaterland zu bege-ben. Er war kaum sehr schwach in Berlin an-gekommen, so erfuhr er, daß auf einem gerin-gen Landgütchen, auf welchem er seine Tage inRuhe zuzubringen gedachte, das Wohnhaus imRauch aufgegangen war; ein empfindlichesSchicksal für einen Mann, der auch, ohne dieEhrlichkeit aus den Augen zu lassen, die Stelle,in welcher er sich befunden hatte, mit mehr Vor-theil hatte nutzen können. — Sein Nachfolger,Herr von Axt, war just auch bey dieser Mahl-zeit gegenwärtig; ich habe ihn nachher wieder,ehe er zu seinem Gesandschaftsposten reisetc, inBerlin gesehen, und einen Minister an ihm ken-nen gelernet, der mit einer zwar stillern Ge-müthsart auch viel Verstand nnd Artigkeit ver-bindet. — Von der Wohnung dieser Herrenist nicht mehr zu sagen, als daß sie unserm Kö-nig gehört, der preussische Pallas? heißt, undein altes, unansehnliches Gebäude ist, das nebsttausend andern Beyspielen zeigt, daß sein HerrMehr auf Realität als Schein siehet ').
Domherr
*) Erndtel in seiner ^Vsri-uir pliys. illulir. p. i6.nachdem er den prächtigen mMekschen Pallast
und