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die um 24 PesoS die Arobe *) mit sechs Procent Zollund Unkosten bis an Bord verkauft wurden. Im Kö-nigreich Gevilien wird sie öffentlich zum Verkauf aus-gestellt, und gemeiniglich von den benachbarten gekauft-welche sie wiederum gn die Kaufleute inCadix zur Aus-fuhr verhandeln.
Sowohl die Alten als Neuen scheinen von dem Ur«sprung und der Beschaffenheit der Kermes sehr unrich«tige Begriffe gehabt zu haben. Einige sehen sie für eineFrucht an, ohne von dem Baum, der sie hervorbringt,eine rechte Kenntniß zu haben: andere halten sie füreinen Auswuchs, der durch den Stich einer besondernFliege verursacht wird, gleich den gemeinen Gallapfeln,die auf den Eichen gefunden werden. Dieser Meynungwar Tournefort. Graf Marsigli und Dr. Nisole,ein Arzt zu Montpellier, machten Versuche und Be.obacmungen, um zu weiter« Entdeckungen zu gelangen,es glückte ihnen aber nicht völlig. Zwey andre Aerztein in Provence, Dr. Emeric und Dr. Gari,del, legten sich um diese Zeit mit besserm Erfolg dar,aus; denn sie entdeckten endlich, daß die Kermes nichtsanders, als der Körper eines in einem Korn, Beereoder Hülse nach dem Lauf der Natur verwandelten In»stetes »st, dessen Geschichte ich nun kürzlich erzäh-len will.
Der Fortgang dieser Verwandlung muß zu dreyverschiedenen Zeiten betrachtet werden. In dem erstenZeitpunkt, im Anfang des März, sieht man ein kleinesThier, nicht größer als ein Hirsenkorn, kaum fähig zukriechen, sich an die Zweige des Baums hängen, woes sich festseht und bald unbeweglich wird. Um dieseZeit wächst eö am meisten, schwillt auf, und gedeihet
von
*) Eine Arobe hat 25 Pfund spanisch, welche 2zZ PfundHamburger oder 24^ Pf. Leipziger Gewicht ausmachen.