Buch 
Johann Talbot Dillon ... Reise durch Spanien, welche wichtige Beobachtungen aus der Naturgeschichte, über den Handel, die Fabriken, den Ackerbau, nebst einem Auszug der merkwürdigsten Sachen aus Don Guillermo Bowles Einleitung in die Naturgeschichte und physikalische Erdbeschreibung von Spanien enthält
Entstehung
Seite
215
JPEG-Download
 

riz

wenn er gefallet ist; viertens die Art, ihn zum Trock-nen hinzulegen.

In gebirgigten Landern ist das beste Holz von demMittel- bis zu dem hohen Gebirge. Je weiter nachdem Thal herunter, je mehr nimmt es an Güte ab.In den niedrigern Gegenden wachsen die Bäume schnel-ler und sind hübscher: da aber die Wurzeln wegen ih-rer Situation, die sie dem beständigen Zufluß desWassers von der Höhe ausseht, weit mehr Nässe an-nehmen müssen, so ist der Stamm nicht so kraftvoll undfest. Ein Baum auf dem Gipfel des Berges ist mitsechzig Jahren nicht so groß und schön, als ein andrerim Thal mit vierzig. Aber wer bauen will, traue nichtzu viel auf den eiteln Schein, sonst wird er sich gewißbetrogen finden.

Verschiedene vernünftige Erfahrungen lehren es,daß die Eichen mit fünfzig Jahren zu ihrer größtenVollkommenheit kommen, wenn die Dammerde überzwey Fuß tief ist; wenn die Tiefe über drey und einenhalben Fuß ist, geschieht es mit fünf und siebzig Jah-ren ; wenn sie sich aber über vier Fuß erstreckt, sonimmt er bis hundert Jahre an Kraft und Starke zu.Hieraus ist offenbar, daß die Bäume wie die Thiereeinen Zeitpunct der Jugend, der Reife und deö Ab-nchmens haben. Wenn sie aufhören zu wachsen, sosind sie zu ihrer Reife gelangt, die zuführenden Gefäßesind ve: stopfet, die Röhren verwandeln'sich in festesHolz, der Saft hört auf umzulaufen, und wird zuMark, und der Baum bleibt zwanzig bis dreyßig Jahrein einem Zustande der Vollkommenheit und Ruhe.Diese Zeit zwischen der Jugend und dem Alter ist dierechte Zeit, den Baum zu fallen. Geschahe eS, solange der Saft noch im Umlauf wäre, so würde außervielen andern Fehlern das Holz im heißesten Wetter sich

O 4 wer-