52
Die Begierde, den Bau eines Thieres, das soviele Verwüstungen anriclurt, kennen zu lernen, triebmich an, seineTheile noch genauer zu untersuchen. DerKopf der Heuschrecke ist von der Größe einer mittelmäf-sigen Erbse, aber länglicht. Die Stirne ist gerade ge-gen die Erde gerichtet, wie bey den schönen andalusi-schen Pferden; der Mund ist groß und offen, die Au-gen schwarz und lebhaft; alles zeigt eine furchtsamePhnsioNdmie wie bey dem Hasen -an: wer sollte den-ken, daß, bey diesem schwache» Ansehen, dieses Thier dieGeißel und Pest Des menschlichen Geschlechts seynkönne? Es hat in beyden Kinnbacken vier Schneide-zähne . deren Spitzen wie eine Scheere in einander ge-chen, und so gebauet sind, daß es damit fassen undschneiden kann. Solchergestalt kann nichts einer unzähl-baren Menge Heuschrecken widerstehen, die mit Klauenund Zähnen anzugreifen und zu verwüsten bewaffnetfind; und nach Dem, was sie zu thun fähig sind,glaube ich, wenn diese Insekten sich in fleischfressendewie die Wespen verwandelten, so würden sie, nach-dem sie an einem Orte alle Pflanzen verzehrt hatten,welches in einigen Stunden verrichtet seyn würde, inkurzem eine Heerde mit Hunden und Schäfern verzeh-ren , wie gewisse Ameisen Amerrca und die grau-samsten Schlangen thun.
Die Heuschrecken bringen die Monate April, Mayund Iun. an dem Orte zu, wo sie ausgekrochen find.Am Ende des letzten MonatS nehmen ihre Flügel eineschö.e Rosenfarbe an, und erlangen alle Stärke undBewegungen , deren sie fähig find. Sie versammle»sich zum andern und letzten mal in Colonien: dannfängt ihre Jugend an, und sie fühlen den feurigenTrieb, ihr Geschlecht fortzupflanzen. Man bemerktdiese Epoche an ihren Bewegungen, aber man beob-achtet üüch, daß diese Hitze bey den beyden Geschlech-tern