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gen blieben aus, und der Proceß nahm seinen Anfang.Lady Marie fuhr auf ihre Kosten fort, und befreyekedie Mine vom Wasser bis zu der zehnten Stolle. Hierglaubte man eine reiche Erzader zu finden, und da nochkein Spanier so tief gekommen war, so verbreitete sichdiese Meynung leichtlich: sie erhielt noch mehrern Glau-ben, als Lady Marie eine Bittschrift eingab, unddarinn begehrte, daß auf eine rechtsgültige Weife eineQuantität dieses Erzes herausgebracht, in Gegenwartdes Gerichts geschmolzen, und sein Werth bestimmtund attestirt werden sollte. Der Richter fertigte demzufolge einen Befehl aus, aber nun wird vorgegeben,daß die Agenten, welche sämmtlich Ausländer waren,und gleiche Zwecke hatten, auf eine listige Art den Rich-ter und die Gerichtsbeamten sowohl, als die Agentender Spanier und die zahlreichen anwesenden Zeugen,hintergangen hätten. Aus vierzig Pfund Erz, das vor-geblich aus der zehnten Stolle seyn sollte, wurden augen-scheinlich zehn Pfund und dreyzehn Unzen fein Silbergewonnen, welches auf eine pralerifche Art herumge-wiesen , und nachher von dein Premierminister, Mar-quis de la paz, dem Könige, der sich damals zu Se-vilien aufhielt, gezeigt wurde, welches den Ruf undReichthum dieser Mine außer allen Zweifel sehte. DerProceß wider Lady Marie hatte schon zwey Jahre ge-dauert, und da die Unterhaltung der schon getrocknetenStollen sehr kostbar war, so wurden sie bald wiederwassernöthig. Inzwischen hatte sich Lady Marie durchihren hohen Stand und Umgangiichkeit mächtigeFreunde am Hofe erworben, und nachdem der KönigPhilipp sich von der ganzen Sache unterrichten lassen,so sprach er aus natürlichem Wohlwollen und Billigkeitdas Urtheil: daß Lady Marie ihre Verbindlichkeitengegen die spanische Gesellschaft erfüllt hätte; lehterewurde daher von allem ihrem Recht an der Mine von
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