46
Zeichen ihrer (von Einigen jedoch bezweifelten) Anwesenheit auf die-sem Berge befestigten sie eine starke Fahne von schwarzer Leinwandauf dem Gipfel desselben. Im Sommer 1312 wurde dieser Berg zumzweytenmal bestiegen. Gottlieb Meyer aus Aarau ging im Anfängedes Junius mit zwey Begleitern vom sogenannten grünen Horn ausüber das Eismeer zwischen dem Mönch und der Jungfrau, und stiegdiesesmal ander letztem an der Ostseite hinauf, wo aber der Abhang desBerges immer steiler ward, daher die Reisenden sehr erschöpft wur-»den. Nachdem sie sich durch etwas Speise erquickt hatten, setztensie das Steigen fort, und zwar einer an dem andern mit Seilen befesti-get. Nach eilf Uhr stand der letzte Gipfel vor ihnen, gegen 400' hoch,und schien beynahe senkrecht. Auch wurden bald ihre Fortschrittedurch einen drey Schuh breiten Glctscherspalt gehemmt. Da aberüber denselben ein, mehr als 150'hoher Eisblock hing, so versuchteendlich einer der Führer vermittelst einer Stange auf diesen Eisblocküber die Spalte zu kommen. Dieses gelang, worauf er Fufstritte indas Eis hieb, auf welchen die zwey andern ihm nachfolgten, und nunerreichte man bald die Höhe des übergletscherten und sehr schmalenBerggrathes, der bis zum höchsten Gipfel der Jungfrau hinaufzog.Diesen letztem erreichten sie tun 2 Uhr, nachdem sie zur Ersteigungder letzten 400' vier volle Stunden gebraucht hatten. Sie fanden dieKuppe seit der ersten Besteigung derselben sehr verändert; denn jetztspitzte sie sich beynahe aus, und die Reisenden mufsten sich daher vorallen Dingen Sitze einhauen, konnten aber der aufsteigenden Nebelwegen nicht lange hier verweilen* Nachdem sie daher abermals eine