Buch 
Die Höhen der Erde oder systematisches Verzeichniss der gemessenen Berghöhen und Beschreibung der bekanntesten Berge der Erde, nebst einem Anhange, enthaltend die Höhen von vielen Städten, Thälern, Seen etc : ein Beitrag zur physischen Erdkunde / von Wilhelm Adolph Miltenberg
Seite
58
JPEG-Download
 

58

schein wie Silber glänzt. Noch merkwürdiger ist östlich nach derHerrschaft Sax hin das weitläufige Gebirge des Camors, dessen Hal-den an einigen Stellen mit schönen Alpen bekleidet und daher imSommer mit vielen Heerden bevölkert sind, aber nach Sax hin wieeine senkrechte Wand abfallen, und hier gleichsam eine unersteiglicheGränzmauer bilden. Sehr merkwürdig ist der Camor auch durch seinevielen Höhlen und Vertiefungen (hier Windlöcher genannt), diesich zum Theil tief und weit in die Felsen hinein erstrecken und engeEingänge und schöne Fossilien haben. Oben wird der Camor durchansehnliche Ebenen in mehrere Felsen und Bergspitzen getrennt, de-ren höchster Theil der Hohekasten heifst, der von 3 Seiten bey-nahe senkrecht abgeschnitten, und nur von einer Seite auf einem sehrsteilen Wege zu besteigen ist. Die Aussicht auf seinem Gipfel ist sehrbelohnend, und man sieht hier das ganze Appenzell in seiner schön-sten Gestalt. Nicht minder schön ist die Aussicht auf der Eben alp,einem niedrigen Theile des Camors.

49.) Der Mythen- oder Hackenberg,

auf dem der Weg Anfangs steil in die Höhe bis zu einem Wirthshauseführt, theilt sich oben in zwey rauhe, nackte , schwer zu erkletterndelialkfelsen, die Schweizerhacken genannt. Die Spitze des einenbesteht aus schönem rothen Marmor. Der Weg von Schwyz, das amFufse dieses Berges liegt, führt über denselben nach Einsiedeln. Am