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Das Buch Josua.
Cap. vl-
25. Rahab aber die Hure samt 26. Josua aber beschwur sie zu dersel
dem Haus ihres Vaters und alles wassie hatte ließ Josua leben/ und sie woh-nete mitten unter Israel bisaufdiesenLag; darum daß sie die Boten verbor-gen hatte/ die Josua gesandt hatte Je-richo zu verkundschafften.
Rahab) ist ein Bild solcher Seelen/ die den ersten Ueber-Zeugungen des Lichts und Lebens/ die in der Seelen hervor-brechen / und das Geheimniß des inwendigen Babylons mitseinen schädlichen Folgen offenbahreu/ alsobald Raum geben/sich von Hcrtzeo denselben unterwerffeo/ und die Boten JosuaMit einem ausgebreiteten Hertzev aufnehmen; sich auch zurBosse rufen lassen/ worin sie ihre Neigungen/ obschon gutemtheils in Unwissenheit / gegen die heidnische VolckerLanaaoszu weit ausgebreitet / uudgeistliche Abgöttereyund Hurereymitthmu begangen hatten.
Wenn nun eine solche Seele sich hievo» überzeugen laßt/und darauf sich zu dem Licht und zuderKrafft Lhristi kehret/und ihre Begierden nun mit gleicher Ausbreitung in den geist.licheü Iosuam einführet / der in neuen Staffeln der Krafft undErleuchtung in ihr aufgehet; so entgehet sie dadurch der grau-samen Zerstörung / uud wird von dem tunerlicheu Leib derSünden errettet. Und
Endlich istRahab auch ein gar schöoes Bild derjenigenguten Seelen / die noch unter dem Joch Babylons stecken undseuffzen /und daher/ weil sie die Grauel und Sünden des geist-lichen Babels erkennt / sich vor den bevorstehenden Gcrichteagedichtet/ und des HErrn Zeugniß davon gcehret habcn/mit-teo in den Gerichten über dasselbe sollen erhalten werden: Ezech.?/4.rc. Mal. ?/ i6.rc. doch unter dem Beding der Flucht/und daß sie der Stimme folgen / die sie heisset davon ausgehen/and sich lassen ausführen, v. 22.2z. Ossenb. 18/4. DaunDer HErr hat sein Vokkin Babyloo/als die Familie Rahabs/welche er in Gnaden warnet und noch ferner warnen lassen wirddavon auszugehen: die auch / soviel seinen WaraaagennaöUeberzeugungen folgen / dcrPlage und Rache / die Babylonunausbleiblich betreffen wird/ entfliehen werden.
Die Hure) Dann dicHurernndEhebrecherkommeneherzur Erkenntniß der Wahrheit/ und dadurch zur Errettuog ausdem Verderben und zur Bürgerschafft Israels/ alsdieehrba»reuHeyden. Match.2I/ZI.
Samt vem Haus ihres Vaters) So pfleget offt GOttgautzen Familien/ jacinergaotzeuStadt/ Gutes zu thun umrinereilligeaSeelervilieu/ dicerlrebet.
Sie wshnete mitten unter Israel) uud war also demGOtt Israels sehr nahe. Dana der wohoete auch ia ihrerMitten.
Wer auch den HErrn JEsum will zum Freund uud sahehaben / der muß sich zu GOttes Kindern halteu. Dann woderen zwey oder drey versammlet find / da ist er mitten unterthuen.
Es muß sich eine bekehrte Seele derer nicht eotäussero/durchwelche sie GOtt zurechtgewiesen hat. JaderH. Geistzeuget klar/ daß diejenigen so GOtt durch leine Werckzeuge ge.zeuget/ gestärcket und unterrichtet hat/ sich nicht von solchenabreissea sollen/ auch wenuerfiezunntzunterfernereZochtundgöttlichen Gehorsam bringennmß. Sonst setzen sich solche inein Eigenes / und bleiben nicht am Haupt und in der heiligenGlieder-uod Gcmeinschafftzum göttlichen Wachsthum. Undwo bliebe so die heilige Gemeinr/welche wir bekennen ?
Bls aufoiesen Tag) kan keine gar lange Zeit andeuten/Wenns nach dem Buchstaben muß verstauben werdeu / womitdoch dir Schrifft eioc lauge Währuug gewöhnlich anzeigenwill.
vi ixenes /sj verwundert sich daher bey Gelegenheit dteserWorte über die welche so sehr an dem Buchstaben hangen.
" Ich mögte/ schreibt er/ wissen/ von denen Juden sowol/ als" denen welche Lhristen heisseo / aber eben auch die Schrifft in" einem Jüdischen Ginn auslegen/ wiesie das erklären.
Wenn wir aber aofdeu Geist derSchrisst Achtunggeben/so mögen Wir bald erkennen / daß auch disaufdicftuTagwor-ium wir lcbeu Rahab noch unter Israel sichbestodr/ und einenpreiswürdtgenNameu imNcuenTcstamcnttrage. Match. 1/5.Und der Same der Verheissung »stund bleibt der wahre IstraelzuewigenZeitcn.
t>om. 7.
bcn Zeit und sprach: Verflucht seydcrMann vor dem Angesicht des HErr»der sich aufinachen wird und dieseStadtJericho bauen! Für seinen Erstgebobr-nen müsse er ihtenGrund legen/und fürseinen jüngsten müsse er ihre Thüre»
27/ Alsowarder HErr mit Josua/daß scinGerücht ergieng in dem gantze»
Laiche. r.Lhron. 15/17.
Das
v. 26. Josua beschwur sie) aus einem göttlichen prof-ftischen Antrieb. Er nahmrimnEyd von dem Vvlck durch dasWort desHErrn / wie ausdrücklich gemeldet wird 1. Kö"'16/ Z4. daß also derjenige auch vou den Nachkommen vor demHErrn sollte verflucht seyn/ wer diese Stadt/die immerfortaweiu Zeichen der göttlichen Allmacht und Rache ihnen sollte vorAugen schweben/ wieder zu bauen in den Sinn nehmen würd-'wobey er dann den Verlust des Erstgebohruen in der Grundsgung /und des jüngsten io der Vollendung/ zur Wirckuug b>^ses Fluchs andräuct; welches auch nachmals au dem HtAdem Beteliten/ist erfüllt worden. Womit baun auch der Fluffvou dem Ort mag seyn abgewendet worden / weil hernach Eli"und Clisa da sich aufgehalten und gewöhnet/uud eiur ProfitesSchuledaseldstgeweseu/ 2.Kön.2/4.5.i8. derHeplandaliwden Ort mit leimn Wundern und Gegenwart beehret. M«r-'10/46. ip/i. 5 .
Es kan uns aber dieses auch im geheimen Eion lehreo/dGwer von dem babekischeo Wesen nach dessen Lutdecknng bor^das Zeugniß des HErrn wieder den Grund wollte legen/ der MdieErstgrbvhrtkommenwerde/daßerdazunichtgelangkNmaS'Wer es aber zn seinerVoüendong zu bringen trachtet / wir»auch um die Nachgeburt/ uud also gaotz om seiuHeylundligkeit/kommen.
Verflacht sey) also nicht nur wer Jericho bauet / knei»Freund! souderuwcrdasReichdesTrufelsbauet/fortpflaAzet und vermchrenhilfft. Darum siehe wol zu / mit weme d»sammlest!
Babylon soll nicht mehr erfunden werden. Osscnb-18/21.
Denn da diese Stadt wieder aufzubauen so ernstlich verb^ten/ und deutlich dahin gezielet wird/ daß sie eine beständig-Wüste bleiben sollte; so werden wir dadurch ohne Zweifel ve^anlasset / eine» geheimen und tiefern Sinn nnterdieserM-stellungzusuchen/ nndeinenvorbildlichenAusdruckdes inner"Babylons and des gantze» Geheimnisses der Sünde darin«-"zufindeu. -
Josua verfluchet damit als rm erfahrner Führer Ewas die Eigenliebe wieder aufbauen machen kan : dieweil fl-nicht sobald würde wieder hergestellet worden seyn / es g<jch"H,auch durch was Mittel es immer wollte / daß sie nicht a«wstärcker werden würde als sie noch keinmal gewesen. Sie k»"nicht wieder dargestellet werden als durch das Ausgehen a»»der Gelassenheit in GOtt / und wann man iuflch selbsteu durAeinen Rückfall / durch Zweifel und durch Mißtrauen/ g-k-'-um sich selbst zu besitzen'/ und sich m die Gewißheit zu stk-"durch einiges Mittel. Dieses würde nicht sobald gescheM
seyn / so würde diese Stadt auf den Erstgebohrnengegr»»^
vstwerden ; welches so viel sagen will/ daß, dteeigem L'-oauch selbst den obersten Theil beherrschen würde: vodTboreaufvas lüngffeRmd gesetzet; dieweil die ^hsre dEigenliebe die ausserliche und innerliche Sinnen / und au^was dem unteren Theile zugehöret/ find. Hierauf werde
diese Thore gesetzct / iodem sie dadurch iu die Seele emgeher-Und sie gehet so tief dahinein / daß sie nach und nach die reimLiebe daheraus jaget. Und dieses ist ein unbeschreibinpe
Unglück. Deßwegen miLeo sich solche Seelen/so viel
möglich ist / für Rückfäilco und Wiedernehmungen MemDann es sind die einige Thore wodurch die Eigenliebe «uselbige wieder eingehen kan. ^ ,
v.