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Der Heiligen Schrifft, und zwar Alten Testaments, anderer Theil : nämlich die Bücher Josua, der Richter, Ruht; die beiden Bücher Samuels, der Königen und der Chroniken, die Bücher Esra, Nehemia und Ester
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Lap. viil.

VIII. Capitel.

Die E' obettMg Ai/ rrnv Aufrichtung des Altars aufdem Berge Ebak»

Nd der HErr sprach zu Josua: j 2.Und du sollst mit Ai und ihremKc-

nige thun/gleichwie du mit Jericho und

.'r. L»«. ' . . ^ ^

Fürchte dich nicht und erschreckenicht ! Nimm mit dir allesKriegs-Volck/ und mache dich aufundzcuchhinaufgenAi: Sicbeda ich habedenKönig zu Ai samt seinem Volck undseiner Stadt und seinem Land in deineHandgegeben.

Run wird dem Iosaa wieder neuer Muth eingesprochen /daß es darum nicht aus seyn sollte/ und die Verhüllung gleich-wol bestehen würde. Er sollte aber nun aufdes HLrrn Befehl/den er zuvor nicht erwartet hatte/ Lap. 7/ r. daher es auch übelabgelaufen/ die StadtAi mit List angreifen : welche Kriegs-List/ wann es doch einmal zum Krieg gekommen ist/ dann zurErhaltung vielcrihres Lehens/ und zur Beförderung des En-des von dem Kriege / mag erlaubet seyn / und / wo der HEriselber Anführer dazu/ allerdings erlaubet ist.

GOtt bezeuget diesem Führer/daß er ihme sehr werth seye :rr solle sich über die durch die Eigenliebe verursachte Schlapp'nicht verwunderen/ noch über etwas erschrecket / ober glüünoch nicht genug in der Führung erfahren sehe; da dieses noth-wendig UM der Ehre GOtüS willen habe geschehen müssen/und auch damit seine Macht offenbahret würde Sondcrn/die-weil er zu der Führung dcrcrSeeleri berufen wäre/ fomüßteersich weder durch einiges Elend noch durch einige Niederlagerrschröckea lassen / und solches nicht nach der SütedesGe-fchhpsses ansehen/ (dann wann man dergleichen dem Geschöpfte

6 . Daß

ihrem Könige gethan hast: nur alleinihren Raub und ihr Vieh sollt ihr füreucherdeuten. Stelle dir einen Hin-terhalt gegen dieStadt hinter derselben.

3. Da machte sich Josua aufundalles Kriegs - Volck / hinaufzuziehengen Ai: und Josua erwählete dreyßig-tausend Mann/ tapffere Helden / undsandte sie aus bey der Nacht;

4. Und gebot ihnen und sprach: Se-het ihr sollt der Hinterhalt seyn ge-gen dieStadt von hinten her derStadt!Machet euch nicht allzuferne von derStadt / daß ihr allesamt bereit seyet.

5. Ich aber und alles Volck das mitmir ist wollen uns zu der Stadt nahen;und es soll geschehen wann sie uns wer-den entgegen herauskommen gleichwie

Güten GOttes ansehen/ alwo ihim alles zur Verherrlichungdienet. Er machet sowol aus der Sünde ein Brandopffer/alsvon dem Allrrerynbeosien: gleichwie er wegen derSünbedesmenschlichen Geschlechts Anlaß genommen hat/ seinen Sohnzum Brandopffer in den Tod zu geben / um uns wieder zu er-kauffen. Dcrowegen lässet er alles ohne Unterscheid / sowoldas Geheiligte als dasVerbaonttc/zugleich verdrenneu; umzu zeigen / daßer aus allem feine Ehre ziehen könne. Es istbey einem Führer ein groser Fehler / wann er alles dem Ge-schöpffe nach nimmt. Dieses schlägt ihn nieder und machet ihn,feig/ und damit nach und nach zur Führung untüchtig. Dar./gegen ist es einem Führer ein groser Vorthül/Wauu er alles aufGOttes Seiten anflehet. Erwirb niemals erfchrdcketnochfeige / es geschehe ihme ckuch was da wolle; ist auch allezeit ge-schickt/ denen Seelen mit einer richtigen UnüricheidUng/ohneeingenommen zu seyn / ohne Vorurtheile/ ohne Furcht / ohneZweifel und ohne Wancken/ zu dienen. Er weiß/ daß GOttaus allem seine Ehre zu ziehen weiß: und das ist ihme genug.

Hinauf) gieng es/weites bergicht lag/Iericho hinge-gen im Thal. Luc. 10/;a. .. ^ .

Ai) lag 1 Meilen von Jerusalem/ und heißt so viel als einHaufen Verwirrung. Der .

Rönig ;u Ai) der nach dem Hebräischen HaA» heißt/und durch solche nachdrückliche Benennung von dem AderAmmoniterJer.ap/;. unterschieden wird/ istalsoein Kontgder Verwüstung oder Verwirrung/ und beutet an denjenigenmächtigen Geist/ welcher allerley geistliche VerwüstnogundVerwirrungio der Seele stifftetandanrichtet/beydesimVer-stand und Willen. Wohin/ was den Verstand betrifft/ gehö-ret aller Mangel einer klaren Erleuchtung im Werck der neuenGebührt/ wie auch aller verworrene und unrechte Begriff/ denwir wircklich von diesem gchümnißvolltn Werck und der See-len staffetweisen Fortgang in demselben haben. .und aus dieserverworrenen und ungewissen Erkenntniß des Verstandes ent-stehet dann auch in dem Willen und GemüthS-Bewegoogennichts als Verwirrung / also daß alle unsereHoffnuog/Be-gierden/Verlaugnung/Haß/Furchk/Sorge und Freude/zer-,

rüttet / und nach und nach in Unordnung gebrachtwird/ alsodaßdadsrchimGeisteiowüsttsWcskllentstehcf.

Dahero ist es allcrdingsün wichtiges Werck/ diesen König und gewaltigen Geist / der so viel Verwirrung and ZeriMtuogimVerstandeerwecketiindausbrcitcf/zlil'ibcrwinden. .

Etz kan aberdichsmchrbeMkichflklligrlwerben / bisderAchan/ die Lvst/Hoffgrtundderrigrne Will/ abgetödtel 0"'gedämpffet werde. ^

(s) Match. 12/l.

2 .

v. r. Nachdem nun GOtt dem Josua gezüget / wasihme als einem guten Führer zuthun zukomme; so schicket ekihn auch zugleich zu diesem anderen Könige und zu seinerStadt/ wie er zn Jericho gethan hatte/und zwar mit noch meh^rercmVortheil/ indem er >bm desscngantze Löurcgirbct/vvddamitzeiget/daß/wo die Eigenliebe nicht miteingehe/da oichtsunrein scye/und die Seele sich aller Beute ihrer Fünde erfreuenkönne / indem diese Dinge an sich selbst unschuldig seyen / uudnur so weit beflecket würden/ als svlche der eigenen Liebe zug«^hören.

Es befiehlet aber GOtt/baß man hinter r,er Sradr einenHinterhalt machen solle / damit die Feinde nicht flichrn /derls gefangen werden mögen.

Die unschuldige Freyheit dicserGeelen ist osstermals ihrtl»Feinden ein Fallstrick und ein Aergerniß/ welche gleich dieal-lcrunschuldigsteo Dinge verurtheilen. Dessen find die Jude«ein Zeugniß / da fie(a) die Jünger IEsu Lhristi bescholdigtey/daß sie hatten Achren ausgeraufet auf den Sabbath.

v. z. Alles Rriegs.volek) wollte der HErr bey dtt-

ftr süiou gebraucht wissen / theils damit sie sichdHfto wenigerfdrchteten / theils auch in besonderer Einbildung von sich seid!«ihren Feind nicht gering achiürn/ wie ehemals geschehen..

Dieses theilet Josua »U2 Theile. Und was mögeo wir l»diesem Bilde finden? . §

v. 4. Der Hinterhalt von hinten her) kan/ wie esOri^encsbclltet/ gar fein das Theil derKirchesoausdenHef^ven gesammlet worden andeuten.

v. 5. Und also stellet Josua und alles Übrige Volck vorJEsum mit dem Volck seines Geschlechts / welcher selbst«»gesagt/ daß er nicht gekommen als nur zu druvrrlohrneofendesHausesIsrael. Match. ^ 5 /24.