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fm veränderte Lage und die ihm anfgetragene wichtige Geschäfte, die Erfüllungseiner Zusage bis jetzt nicht behindert hätten.
Damit man nicht Henke, daß ich durch Herausgabe dieses Brich» absichtlichgesucht, den Herrn Wiebeking zuvor zu kommen: so muß ich meine Leser mitden Umständen, die mich dazu bewogen, bekannt machen.
Als ich 17»6 das Werk des Herrn dc la Lande erhielt, so wurde bald daraufin mir der Gedanke rege, die Geschichte und Beschreibung des Carrals von Lan-guedoc Zu übersetzen und heraus zu geben. Ich machte zwar den Anfang, aberüberhäufte Geschäfte verzögerten die Ausführung, so, daß ich auch erst 1791 mitden dazu gehörigen Plans, so wie ste jetzt erscheinen, zu Stande kam. Bey fer-nerm .Nachdenken über den Mangel einer Anweisung zum Bau schiffbarer Canäleschien es mir verdienstlich zu seyn, das, was der Herr Bellibor darüber geschrie-ben, zu erweitern, und systematisch auszuführen. Ich veränderte deswegen meinenPlan, und hatte diesem zu Folge schon verschiedene Abschnitte ausgearbeitet, alsich durch den Krieg van 179Z eine andere Bestimmung erhielt. Nachdem derselbegeendigt, fetzte ich die angefangene Arbeit, wiewohl nur langsam, so wie es meineGeschäfte erlaubten, fort, bis der Herr Wiebeking fein großes Werk ankündigte/welches dann auch natürlich den Canalban umfaßte. Ich mußte das gütige Er-bieten, mich als Mitarbeiter an diesem großen Werke anzusetzen, und-mir beson-ders die Ausarbeitung des Theils vorn Canalban zu überlasten, wegen andereraufhabender Geschäfte ablehnen, und da solche stch in der Folge noch mehr an-häuften, so blieb alles unvollendet liegen, bis der unglückliche Vorgang, der unserLand noch jetzt drückt, die Einstellung der meiner Direktion anvertranetcn rneit-läuftigen und wichtigen Arbeiten zur Folge hatte, und mir leider nur zu viel Zeitübrig ließ. Ich will es frey gesteh«, daß diese traurigen Umstände und die Zöge-rung des Herrn Wiebeking mich anreizten, meine schon größtcntheils gemachte,aber fast aufgegebene Arbeit, so wie-es jetzt geschehn, zu vollenden und auszuführen.Unterdessen bin ich von der mir bekannten Geschieklichkcit des Herrn Wiebekingsehr überzeugt, daß bey der Reichhaltigkeit dieser Materie es ihm nicht au Mit-teln fehlen wird, diesem Theile der Wasterbaukunst durch viele andere Dinge diegehörige Vollkommenheit zu geben ; so -daß im Ganzen betrachtet, diese Wissen-schaft dabey gewinnen wird.