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Praktische Anweisung zur Baukunst schiffbarer Canäle, wie solche zu entwerfen, mit allen dabey vorkommenden Werken anzurichten, zu erbauen, und die Anschläge davon zu verfertigen sind : wobei besonders der französische Canal von Languedoc und dessen vorzügliche Werke als Muster so aufgestellt, wie sie der Herr de la Lande beschrieben / von Johann Ludewig Hogrewe ...
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120
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sechster Abschnitt.

Canal abermahls 92 Fuß 7 Zoll herab fällte und 6 kleine Wasserleitungen zufinden ssnd. Unter diesen Wasserleitungen ist die von St. Agne, die 1766 ange-legt ist, bemerkenswert!-. Ich übergehe solche alhier, weil ich im iZten Ab-chnikt ihrer noch mit Mehrerem gedenken werde.

Von dieser TLaßerleituug gehet der Canal in gleichem Niveau Z2Z0 Klaffter bis an dem Hafen bey der Vorstadt St. Etienne, der xlvisshen den BrückenSt. Sauveur und Gillcmery, noch 56 Fuß 4 Zoll höher als das Wasser derGaronne liegt, fort. Die Brücke St. Sauveur, die sehr schön, ist erst vor kur-zem so erbauet, daß der Ziehpfad unter dem Bogen durchgehet, um das Ziehender Schisse nicht zu unterbrechen. Diese Bequemlichkeit ist au mehren, Brückenangebracht; und es wäre zu wünschen, daß es überall da geschähe, wo es nichtmit zu vielen Kosten verknüpft ist.

Gleich nachdem der Canal vollendet war, sahe man die dringende Noth-wendigkeit ein, bey der Vorstadt St. Etienne einen Hafen anzulegen, und m«Nwunderte sich, daß der Herr Riquct nicht darauf gedacht hatte. Ntan entwarf-deswegen verschiedene Projecte und Anschläge; endlich befahl 16U>> der Königcdie Ausführung, welche jedoch erst 170g zur Würklichkeit kam. Da aber der.Hafen, so wie er noch jetzt ist, für das große Commereium der Stadt nicssgeräumig genug war, so hat man 1750 diese Beschwerde, durch die Anlagteines Hinterhafeiis, abzuhelfen gesucht.

Der Unterschied der Höhe von 54 Fuß 4 Zoll, zwischen dem Wasserssir-gel des Canals und dem der Garonne, nöthigte den Herrn Niquct, den Canal,von der Schleuse Bayard ab, in einer Länge von rg6r Klafter um die Sta^Toulouse herum, unterhalb derselben in die Garonne zu führen, und das Gefälltunter drey doppelte und zwey einfache Schleusen zu vertheilen, wovon die lctFam Ansgang des Canals in die Garonne liegt, und davon den Namen führ!Eigentlich wird auch hier die Garonne erst recht schiffbar; weil die Mühle dSBasaele in Toulouse, die 17 Gänge hat, den Fluß aufstauet, uud eine Lasestverursacht, die gefährlich herunter und fast unmöglich herauf zu fahrenÜberdem ist die Schiffahrt auf der Garonne unterhalb Toulouse, besondersSommer, sehr beschwerlich: denn bis Bourdeaux sind io Stellen, wo Schijl^die 20 Zoll tief gehen, bey niedrigem Wasser, Mühe haben durch zu kortt»^'