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Handbuch der Oryktognosie : zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbstunterricht : mit besonderer Berücksichtigung der oryktognostischen Verhältnisse des Grossherzugthums Baden / entworfen von Fr. August Walchner
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Form der Mineralien.

bestimmten Anzahl von Graden, um eine Linie,von gleichfalls bestimmter Lage, welche die Urn-drehungsaxe genannt wird. Diese steht entwedersenkrecht auf der Verbindungsfläche, oder sieliegt einer Axe des KrvstalJs parallel, oder in derVerbindungsfläche selbst. Die Umdrehung beträgtdie halbe Peripherie. Durch die Lage der Theile,welche die in einem Zwillingskrystall vereinigtenGestalten gegen einander machen, entstehen öftersWinkel, die grösser als 180° sind und cinsprin-gende genannt werden. Wir wollen zur Erläute-rung des Gesagten Beispiele anführen.

Bringt man zwei reguläre Oktaeder in parallelerStellung, mit einander in Verbindung, so, dassdie Yerbindungsllächeden Oktaederflächen parallellauft, so werden zwar Winkel gebildet, die grösserals 180° sind, aber die dadurch entstandene Ge-stalt ist kein Zwillingskrystall, weil die Theile derverbundenen Individuen eine vollkommen gleicheLage haben. Wird aber das eine Oktaeder, wäh-rend man das andere in seiner Stellung lässt, umeine, auf die Verbindungsfläche senkrecht gesetzte,Axe um 180° herumgedreht, so entsteht ein wirk-licher Zwillingskrystall, weil die neue Gestalt nichtals cm Individuum betrachtet werden kann, dadie Theile der beiden Individuen eine verschiedeneLage gegen einander haben. Es werden nun, durchdie Elächen des einen Oktaeders und die Elächendes anderen, einspringende Winkel gebildet, diegleich sind dem doppelten Winkel der Oktaeder-kante. Diese Zwillingskrystalle finden sich oft amMagneteisenstein (Taf. 4- l"ig. 51).

Derselbe Zwillingskrystall kann auch auf eineandere Weise entstehen. Man kann sich das regu-läre Oktaeder, parallel mit zweien seiner Elächen,durch eine Ebene geschnitten denken , welchedurch den Mittelpunct des Krystalls geht. DieseEbene Avird als die Verbindungsebene betrachtet.Wird nun der eine Tlieil des Oktaeders, um eine,