Buch 
Handbuch der Oryktognosie : zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbstunterricht : mit besonderer Berücksichtigung der oryktognostischen Verhältnisse des Grossherzugthums Baden / entworfen von Fr. August Walchner
Entstehung
Seite
112
JPEG-Download
 

1 12

Kicselguhr. Klebschiefer. Polirschiefer.

3 oo , 900 bis 1200 Gulden zu stellen. 3 Ian schleift denOpal halbkugelförmig, oder linsenförmig ( en cabochon),eil er in dieser Gestalt am Heiligsten abgerieben ivirdund das lebhafteste Farbenspiel zeigt. Stücke von Trachyt,welche kleine Puncte von Opal eingesprengt enthalten,werden unter demNamen Opa! mutter verarbeitet. Wasserhelle,irisirende , halbkugelfürmige Hvalithe, werden hin und wiederzu Kingsteinen benutzt. Auch der milchweisse , gemeineOpal , der Feueropal und der Ilolzopal , werden ver-arbeitet . stehen aber in geringem Preise. Der Eisenopal 1wird in der Türkei häutig zu Griffen an Messer , Dolche,Säbel, verwendet.

Anhang. Kieselguhr.

Besteht aus matten , zerreiblichen , locker zusammen-gebackenen Theilen, ist leicht, fühlt sich sanft und mageran, hängt etwas an der Zunge, ist undurchsichtig, graulich- !weiss und perlgrau. Bildet mit zarten Pllanzenfasern und jWurzeln durchzogene Schichten , und kommt auf Iste de ]France vor. Kr-Arnom fand darin : 72 Th. Kieselerde, !21 Th. Wasser, 2.5o Th. 'Thonerde und 2 . 5 o Th. Eisenoxyd. |

Klebschiefer.

Gelblichgrau, in s Aschgraue verlaufend. Schwach an denKanten durchscheinend. Hängt sehr stark an der Zunge.Sehr weich. Fühlt sich, zumal wenn er feucht ist , etwasfettig an. Bruch llachmuschüg. Gerauschiefrig. Sp.Gew .=2.08.Saugt Wasser ein unter Ausstossen von Luftbläschen, zer-fällt aber nicht. Besteht, nach Ki.apuotii, aus 62.-jo Th.Kieselerde , 8.00 Th. Talkerde , 4 00 Th. Eisenoxyd , 0.70Th. Kohle, 0.00 Th. Thonerde, o .25 Th. Kalkerde, 22.00Th. W asser und gasförmige Stoffe, Kohlensäure und Kohlen-wasserstoffgas, und findet sich zu Menil-le-Montant und amMontmartre bei Paris.

Polirschiefer.

Gelblichgrau , ins Weisse und Braune fallend. Undurch-sichtig. Im Bruche feinerdig. Gerade und dünnschieferigabgesondert. Fühlt sich fein, aber mager an. Sehr weich,ins Zerreibliche übergehend. Hängt wenig oder nicht ander Zunge. Sp. Gew. = 0.09... 0.6. Saugt Wasser einohne zu zerfallen. Besteht, nach Blchoi.z, aus 79.00 Th.Kieselerde, 1400 Th. Wasser, 4.00 Th. Eisenoxid, 1.00Th. Thonerde , 1.00 Th. Kalkerde , und findet sich zuKutschlin unweit Bilin in Böhmen , am Habichtswaide inHessen und bei Planitz unweit Zwickau. Wird zum Putzenvon Silber, Messing u. s. w. angewendet.