Buch 
Handbuch der Oryktognosie : zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbstunterricht : mit besonderer Berücksichtigung der oryktognostischen Verhältnisse des Grossherzugthums Baden / entworfen von Fr. August Walchner
Entstehung
Seite
555
JPEG-Download
 

Silberblcnde.

555

(liegen-Arsenik, AYasserldes, Kobalt-, Antimon-, Blei-undSilbererze und Kallispath. Sie Jindet sich vorzüglich zuJoaehimstlial in Böhmen, zu Annaberg, Sohneebcrg, Ma-rienberg, Jolianngeorgenstadt und Freiberg, und liier aufden Gruben Hiinnielsf'ürst und Kurprinz , zuweilen vonAntimon-Silberblende überzogen, zu Markircli in den Vo-gesen , zu Chalanehes in der Dauphinee, zu Guadalcanalin Spanien, auf der Grube Teufelsgrund Lei St. Trudpertim Schwarzwalde, und vordem ist sie auch sehr schönauf dem St. Wenzel bei Wolfach im Kinzigthal ein-gebrochen.

Die Silherblende ist ein wichtiges Silbererz und wird mit an-deren Frzen zur Darstellung des metallischen Silbers benutzt.

Buf.ithal'Pt hat unlängst das sogenannte llothgiltigerzgenauer untersucht und die Unterscheidung desselben, wiesie oben gesehen ist, lixirt. Kr bildet zwei Gattungen ausder früheren Gattung llolhgikigerz 1111(1 gibt diesen dieoben gebrauchten Namen. leb bin darin von seiner Be-stimmung abgewichen , dass ich die Gattung in zwei Artenllieilte. Antimon und Arsenik vertreten sich liier Avahrschem-lieb gegenseitig auf dieselbe Weise, wie beim Fahlerz, oderwie sich Kalk und Kupferoxyd heim Uranglimmer vertreten.Die beiden Arten von llothgiltigerz kommen öfters miteinander gemengt vor ; die Antimon-Silberblende enthältoft einen, oder mehrere Kerne von Arsenik-Sill)erb!endediese besitzt oftmals einen Uebcrzug der aus jener Artbestellt, und es gibt sogar Kristalle, die aus stängelig ab-gesonderten Stücken beider Arten bestellen. Es ist nichtunwahrscheinlich, dass eine Anliinon-Silberblende mit einemgeringen Arsenik-Gehalt, und eine Arsenik-Silberblende miteinem geringen Antimon-Gehalt gefunden wird , und dassdie Winkel der Grundform , je nach der Mischung , zwi-schen 107 36 / und io8° 20' schwanken.

Als eine selbstständige Gattung dürfte später die Ilemi-/i rism a tische Ruh in - Ulende von Mobs aufgeführt werden, derenGrundform ein schiefes rhombisches lrisma ist. 5151 =86° FS = ioi° 6'. Die Härte 2.0... 2.5. Sp. Gew.= 5.2... 5 .;f. Mctallglanz , in den Demantglanz geneigt.Farbe eisenschwarz. Strich dunkel kirscliroth. Sehr milde.Die Krystalle haben viele Aehnlichheit mit denen des Eisen-vitriols und sind gewöhnlich schiefe rhombische Prismenmit Abstunijifmig der spitzen Ecken. Es hat sieh die liemi-prismatische Rubin-Blende bis jetzt nur auf der Grube neuelloflnung Gottes zu Bräunsdorf in Sachsen gefunden. Sieenthält 35 bis 40 Procent Silber und überdiess Schwefelund Antimon in noch nicht bestimmtem Verhältnissen.