3
Da erschien 1891 auf der Bildfläche meines Lebens zumerstenmal der Luftschillerkapitän Ed. Spelterini. Am 11. Sep-tember 1891 fuhr ich mit ihm von Zürich aus über Zürichsee undAlbiskette. Der Genuss war unbeschreiblich. Capitano, sagte ich,als wir über dem Albis schwebten: So möchte ich einmalhinunter und hineinschauen in mein hauptsächlichstesBeobachtungsgebiet, in die Alpen . Wir sollten einmalüber die Alpen fahren! Er fasste das Wort auf.
Tm Januar 1897 erschien Spelterini wieder bei mir mit demBerichte, er habe den Fall einer Fahrt über die Alpen gründlichaeronautisch studiert. Die Sache gehe gewiss. Er hoffe, ich werdemeinem damals gesprochenen Worte treu bleiben und mithelfen,das Projekt einer Ballonfahrt über die Alpen zu verwirklichen.Und ich sah mich in meinem damaligen Worte gefangen. MeineErklärung, dass ein so grosses Unternehmen finanziell und moralischnur zu rechtfertigen sei, wenn es sich in erster Linie in denDienst der Wissenschaft stelle, entsprach vollständig den Ab-sichten von Spelterini. Ich riet ferner, dass das Unternehmen vonprivater Natur bleiben möchte, da staatliche Organe auf eine imErfolge so unsichere Sache sich nicht einlassen können, und fernerdass das Projekt ganz unter dem Namen von E. Spelterini in dieWelt gesetzt werden solle.
Im März 1897 erliess Spelterini zur Sammlung der Geldmittelsein erstes Cirkular. Demselben war ein Anhang beigegeben, denwir hier nachdrucken. Er lautete:
Die Unterzeichneten messen dem oben gemeldeten Unter-nehmen des bekannten erfahrenen und geübten schweizerischenLuftschiffers Kapitän E. Spelterini, der bereits 497 glückliche Bal-lonfahrten mit über 800 Passagieren ausgeführt hat, eine grossewissenschaftliche Bedeutung bei. Diejenigen darunter, welche fürdie Unternehmung in Betracht fallende Wissenschaften vertreten,erklären sich auf den Wunsch des Herrn Spelterini gerne bereit,als wissenschaftliche Beratungskommission demselben bei Aufstellungdes Beobachtungsprogrammes, Anordnung der korrespondierenden