53
die von Portland-Cement-Beton noch mehr oder wenigerFeuchtigkeit ausschwitzten.
Die Zubereitung des Cement-Betons geschah wie folgt:
Die vorbenannten Massentheile wurden trocken in eineTrommel geschüttet, mit Wasser tüchtig angefeuchtet und dasgehörige Durcheinander-Arbeiten der Masse durch etwa ^ma-liges Umdrehen der Trommel bewirkt. Diese Art fördertejedoch nicht die nöthige Cement-Beton-Masse, und war zuumständlich befunden worden.
Man bediente sich daher eines Kastens nach nebenstehen-der Figur 39, in welchen die Massentheile mit einem Gefäfs, einen
Fig. 39.
WM
Cubikfufs enthaltend, trocken eingeschüttet und innig mit ein-ander vermengt wurden. Durch allmäliges Hinzufügen vonWasser und fortwährendes tüchtiges Umschippen an den bei-den flachen Seiten des Mörtelkastens, wurde schnell eine brei-artige Beton-Masse erzielt, die sofort in die Form eingeschüt-tet wurde.
Die Kanalstücke wurden im Spät-Sommer auf der Bau-stelle durchschnittlich etwa 100 Fufs von der anzulegendenKanalleitung entfernt, geformt.
Bei dem nicht unbedeutenden Gewichte jedes der 4 Fufslangen Kanalstücke, von etwa durchschnittlich 12± Ctr., warder Transport derselben von dem Anfertigungs - Orte nachder etwa 10 —12 Fufs tiefer liegenden Kanal-Sohle, be-schwerlich, und wurde auf gestreckten Bohlen - Unterlagen,mittelst unter die geformten Kanalstücke gelegte Walzen, be-wirkt. Bei diesem Transport, welcher 3 — 4 Wochen nach An-fertigung der Kanalstücke vorgenommen wurde, und wobeimanches Stück aus Unvorsichtigkeit zu schnell in die Kanal-grube gleitete, zeigte sich auffällig die grofse Festigkeit dereinzelnen Stücke.
Der Boden der Kanalstrecke bestand gröfstentheils ausTreib-Sand. Das Fundament, auf welchem die Kanalstückegebettet wurden, bestand aus kleinen Kalksteinstücken, die inLagen von 4 — 6 Zoll in der Grube ausgebreitet und mit derHandramme festgerammt wurden. Die Zwischenräume sindmit Kalkmörtel, dem Ziegelmehl beigemischt war, vergossen.Das Fundament erhielt in mehreren Lagen eine Stärke vonl — li Fufs. Die oberste Lage wurde mehr regehnäfsig, pfla-sterartig gefertigt, abgeglichen und dann mit Mörtel ver-gossen.
Auf diesem Fundament wurden die Unter- und Oberstückedes Kanals dann im Verbände, nach Fig. 6 Bl. 12, stumpf ge-geneinander versetzt. Die Zwischenräume der \ Zoll starken
Stofsfugen sind mit reinem Porland-Cement-Mörtel vergossen,und darüber, zur gröfseren Dichtheit, abgeschrägte Deckrip-pen von Cement gefertigt.
Die Lager-Falzfugen wurden bei dem Versetzen jedesOberstücks mit einer dünnen Schicht von reinem Cement-Mörtel gedichtet.
In einem Herbsttage verlegten 4 Mann 8 Kanalstücke(Unter- und Oberstücke) ä 4 Fufs = 32 laufende Fufs.
Der laufende Fufs Kanal, nach Fig. 5 und 6 Bl. 12, wurde,incl. Tranport und Verlegen, mit 5 Thlr. 10 Sgr. bezahlt.
Wegen der Beschwerlichkeit des Transportes der Kanal-> stücke nach der Baugrube wurden versuchsweise, nachdem| untere Kanalstücke auf dem Fundament in einer Länge vonj 28 Fufs gestreckt waren, die oberen Kanalstücke auf diese,
; mit Benutzung der Form hierzu, an Ort und Stelle von Ce-| ment-Beton dargestellt.
; In gleicher Weise wurden auch versuchsweise mit Betoni von Medina-Cement, im übrigen von gleichen Zusätzen, wie! . der von Portland-Cement, die oberen Kanalstücke auf eineLänge von 21 Fufs an Ort und Stelle mittelst der Form ge-fertigt.
In Fällen, wo die Oertlichkeit diese Ausführung gestattet,werden die Hälfte der Transportkosten und manche Nachbesse-rungen, welche der Transport verursacht, erspart werdenkönnen.
Nach dem Versetzen der Kanalstücke wurde der Erdbo-den um die Wandungen des Kanals sorgfältig eingestampft,und in der Höhe von circa 8 Fufs über den Scheitel des Ka-nals geschüttet.
Am Ende und Anfänge ist der Kanal durch Stirn- undFlügelmauern nach Fig. 7 und 8 Bl. 12 begränzt.
In wasserreichem Boden, und besonders bei engen Durch-stichen von Chaussee- und Eisenbahn-Anlagen, sind zum Ab-leiten des seitlichen Quellwassers oft Siker-Kanäle, nachnebenstehendem Profil Fig. 40, von grofsem Nutzen, und des-halb in England vielfach in An-wendung gekommen.
Das untere Kanalstück erhält2 Röhren BB, nach welchen seit-lich kleine Oeffnungen das Quell-wasser zuführen. Die Seiten desKanals werden hierzu mit wasser-durchlassenden Materialien, Sand,Kies, geschlagenen Steinen, Schlak-ken u. s. w. festgestampft.
Die Anfertigung dieses unte-ren Kanalstücks mit den Röhrenkann von Cement-Beton, in gleicher Weise wie auf Seite 38 oder41 beschrieben, geschehen; während der übrige Theil des Kanalsvon Klinkersteinen und Cement, nach dem Verlegen des un-tern Stücks an Ort und Stelle, 5 Zoll in den Wandungen stark,hergestellt werden kann.
Fig. 40.
14 *