22
L Aufgab gefundene Mittag Linie / und zwar auffeinen gewissen Punct gegen Mittagzustehen / aus welchen man diegantzeLänge einer Scai-evon looo.oder 10000. Thei-len / die so groß als die Mittags Linie seye / gegen Mitternacht zu/ zuvor setzet / und dannmit solcher Weiten einen grossen Bogen und zwar / weil die Abweichung vor jetzo in un-ftrn Gegenden von Mitternacht gegen Abend gehet/ gegen Abend ziehet/ auch zugleich/st> es beliebig ist/einen ^ngenten an diesem Bogen ziehet. Endlich stellet man das Ge-haußmit der Magnet Nadel auffdie Mittag-Linie/ die untere Spitze aber auf obbe-meldten Punct / daß sich gar leicht thun lasset / weil das gantze Gehaus durchsichtig/und zielet an den zweyen Stefflein der Nadel so lang durch die Seiten Gläser biß solchemit einem langen subtilen Stefft / ( den man entweder auffdem Tangens» / so man denAbweichungs - Winckel nach einen Hgenten / oder auf den gezogenen Bogen/ wannman eben diesen Winckel nach seinem sinu recto oder auch nach der chorda zu determini-renverlanget/ so lang perpendicular hin und her ziehet biß sie einander bedecken/) gantzaccurat in einer geraden Linien stehen/ alsdann nimmt man die Weiten von dein Punct/auffdem der lange Stefft stehet / biß an die Mittag Linie/ misset solche auff der vorigenScala, und suchet die Theile/ und zwar wann diese auffdem Tangenten genommen wor-den/in dem CanoneTangencium, so aber besagter Punct indem Bogen stünde/ indem Canone Sinuum , so wird man nach der Anweisung des n. Nurn. in der u Auffgad /den verlangten Abweichungs Winckelgantz accurat überkommen. Nach dieser Ktetlw-habe ich bey angestellter genauen Untersuchung den 20. Junij dieses lauffenden i^iZtenJahrs in Nürnberg befunden / daß / indeme der Tangen vom gegenwärtigenDecijnatiom - Winckel 2196. kleine Theile/ von dergleichen die Mittag Linie in 10000.Theile getheilet zu seyn lu^omret worden / der 8inu8re<^u§ 2144. die LNorda 2160.von eben diesen Theilen gegeben / die Magnet * Nadelvor jetzo um 12. Grad 2Z.Minut.von Mitternacht gegen Abend abweiche.
in. Das zweyte Stuck dieser Aufgab / wie nemlich eine Mittag Linie in einer je-den Gegend unsers Orthsauffeine horizontal-Fläche so wohl behend als accurat gezo-gen werden möge/ lasset sich in dem Fall/ wann es mit der Abweichung der Magnet-Nadel nach dem vorhergehenden Numero seine Richtigkeit hat/ gar leichtvorstellig ma.chen/ indeme man hier nur ^etKodo mverta gehet; man stellet das obbemeldte Gehäußsamt derNadel auffeine Fläche/ die man vorhero vermittelst einer guten Bley-Waagrecht horizontal richten muß / zielet nach den zweyen Absehen so lang hinaus biß der sub-tile lange Stefft im hin und her rucken endlich mit solchen in einer geraden Linie ste-het/ und ziehet durch den Punct/ den besagter Stefft giebet/ und denjenigenPunct/ auffden die untere Spitzen stehet/ eine lange Linie / alsdann beschreibet manmit der gantzen Länge/ einer grossen scai^ von 10000, Theilen aus dem letzten Punctvon der Linie an/ und zwar/ well vor jetzo die Magnet - Nadelgegen Abend in unsernGegenden abweichet / einen ziemlich grossen Bogen Morgenwärts / oder so man willan diesen Bogen einen Tangenten / setzet die nach dem vorhergehenden Numero gefun-dene Theile vermöge des in. Numeri von der zweyten Auffgab behörig darauf/ und zie-het eine Linie zu Ende derselben Theile aus dem Centro hindurch / so wird die verlangteMittag - Linie gefunden seyn. Also setzet man Z. E. in Nürnberg die oben gefundeneTheilevon 2196. auf den Tangenten/ oderappliciretdie Theile von 2144. und 2160.bey dem Bogen wie es nach demui.Num. der vorhergehenden Aufgab erfordert wird/und ziehet dann die Linie/ sowirdman von der AbweichungsLinie/ wiesiesichanjetzobefindet / den wahren Abstand der Mittag Linie überkommen.
I V. Allhier ist noch zum Beschluß absonderlich zu erinneren / daß / weil die Ab«weichung des Magnets überall gar veränderlich ist/ man nicht einmahl sondern zumöfftern seine observationes hierüber alle Jahr anstellen möge / welches dann zu destomehrern ker 5 e< 2 ionirung unsers Vorhabens dienen wird.
Die l V. Aufgab.
Auf einer Flächen eine Ver t ical-Linie zu ziehen.
^^>An hält ein Senckbley mit stäter Hand gantz genau an die vorgegebene Fläche/oöi? stdoch daß es dieselbe nicht berühre/ und bringt es in Ruhe/ alsdann nourtman
mit einem Reißbley 2.3. und mehrere Puncten / welche der Faden zudecket/indeme man mit einem Auge denselben unbeweglich anstehet/ darauf/ und ziehet durch sol-che Puncten einelange Linie/ so wird die Verucai-Linie richtig gezogen seyn. Die