Band 
Erster Band: Vom Satz.
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Der Werksatz im allgemeinen.

d. h. durch Engerhalten der vorausgehenden Zeilen wegzuschaffen, oder aber ist keine Zeile aus-zubringen, d. h. ist durch Weiterhalten einer oder mehrerer Zeilen vor einer Ausgangszeilenicht eine weitere Zeile zu schaffen und so eine gleiche Anzahl zu erzielen, so läßt man an derrechten Spalte eine Zeile fehlen. Bei dreispaltigem Satz wird in gleicher Weise verfahren; wäreeine Zeile übrig, so muß man unbedingt suchen, sie einzubringen und nur im Nothfall könnteman eine zweite auszubringen suchen; die dritte Spalte würde dann immer noch um eineZeile kürzer sein, während beim Einbringen einer Zeile alle Spalten gleich lang werden. Bleibendagegen zwei Zeilen übrig, so wird man, um eine gleiche Länge aller Spalten zu erzielen, ambesten eine dritte ausbringen können.

Ist der Satz noch mehr als dreispaltig, so wird das soeben beschriebene Verfahren gleich-falls in angemessener Weise zur Anwendung gebracht.

Die Ueberschriften der Abschnitte, Capitel rc. werden meist durchgehend gesetzt, besonderswenn deren nicht allzuviele vorkommen; wäre letzteres der Fall, so kann man der Raumersparnißwegen wenigstens die Unterabtheilungen in die Spalten bringen, während die Hauptabtheilungenund Hauptrubriken meist nur die volle Breite des Formates erhalten. Conform mit dieser Ein-richtung würden Schlußlinien der Hauptrubriken auch in die Mitte des ganzen Formates, Schluß-linien der in der Spalte stehenden Unterrubriken aber in die Mitte der Spalte zu schließen sein.Noten werden fast stets auf die Spaltenbreite gesetzt und in der Spalte plaeirt, zu welcher siegehören. Wie bereits vorhin erwähnt, wird gespaltener Satz meist durch eine Linie (Spalten-linie) getrennt. Um die Spalten mit dem durchgehenden Satz, den Kolumnentiteln, Ueberschriftensystematisch passend zu machen, wird die Spaltenbreite so genommen, daß für den ZwischenschlagNonpareille besser noch Cicero übrig bleibt.

Besitzt man keine Spaltenlinien auf Nonpareille und Cicerokegel, so werden am bestenViertelpetitlinien dazu verwendet und im ersteren Fall (bei Nonpareille-Zwischenraum) an beideSeiten der Linie Viertelpetitdurchschuß, im zweiten Fall (bei Cicero-Zwischenraum) an jede Seiteeine Zeile Perlquadraten oder aber, wenn man solche nicht besitzt, eine Viertelpetit und eineViertelcicero angeschlagen.

Kommt eine Spaltenlinie nicht zur Anwendung, so wird eine Trennung der Spalten durchRegletten oder einzelne Concordanzen in der nöthigen Stärke bewirkt; die Verwendung vonRegletten ist jedoch vorzuziehen, weil der Zwischenschlag von Bogen zu Bogen verwendet wirdund in dieser Zusammensetzung weniger dem Zusammenfallen ausgesetzt ist, als wenn er auseinzelnen Concordanzen besteht. Die Verwendung von Spaltenlinien bringt meist auch dasAnbringen von Äopsltnirn mit sich; man wählt hierzu seine oder doppelseine Linien, währenddie Spaltenlinie dem neueren Geschmack nach nur fein genommen wird. Die Kopflinie stehtgewöhnlich eine Viertelcicero oder Halbpetit unter dem Columnentitel und wird theils mit derSpaltenlinie in Verbindung gebracht, in welchem Fall jedoch jeder Spalte eine Zeile, bei engzu haltenden Werken auch weniger, ^vorgeschlagen wird, damit der Text nicht dicht unter derKopflinie beginnt, theils nimmt die L-paltenlinie nur die Länge des Textes ein und ein durch-gehender Zwischenschlag trennt die Kopflinie vom Text. Der Unterschlag nimmt am Vortheil-