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Kapitel III.
der [Mathematik möglicherweise ähnlich wertlivolle Ausbeute ge-winnen, wie das Buch des Ahmes für ägyptisches Wissen uns solchebot. Fast mit Sicherheit lässt sich mindestens das Eine erwarten,dass Ausgrabungen zu Senkereh Datirungen liefern würden, welchees möglich machten, den Zeitpunkt, dem die Anfertigung jenerTäfelchen entspricht, annähernd zu bestimmen. Gegenwärtig ist nuraus den Wörtern für Quadrat und für Kubus der Schluss zu ziehen,dass diese Werthe, dass auch das Sexagesimalsystem den Sumeriernbekannt gewesen sein muss. 1 ) Es ist dann weiter vielleicht dieFolgerung erlaubt, dass jene Täfelchen vor der Regierung des KönigsSargon I. entstanden, weil damals das Sumerische bereits ausserUebung gerathen war. Sargon selbst ist „Saryukin, der mächtigeKönig, der König von Agana“ nach inschriftlich erhaltenem Titel. 2 )Auf ihn folgte sein Sohn Naramsin , auf diesen die Königin Ellatbauund diese wurde durch Chammuragas, König der Kassi im LandeElam entthront, von welchem die Kissiierdynastie gestiftet wurde.Hier gewinnt die Forschung soweit festeren Boden, als es unter denAssyriologen sicher scheint, dass die Ivissäerdyuastie bis aufwärts vondem Jahre 1600 v. Clir. zurückgeht. Sayce folgert auf diese Wahr-scheinlichkeitsrechnung gestützt, dass die Täfelchen von Senkerehetwa zwischen 2600 und 1600 v. dir. entstanden sein dürften. 3 )
Haben nun die besprochenen mathematischen Denkmäler ein,wir können wohl sagen, uraltes Sexagesimalsystem in der Schrift derBabylonier nachgewiesen, welches zur verhältnissmässig kurzen Be-zeichnung recht grosser Zahlen führte, so kann, wie Oppert gezeigthat, als sicher angenommen werden, dass das gleiche System auchnach abwärts führte, dass es Sexagesimalbrüche erzeugte, derenNenner durch die nach rechts vorrückende Stellung der allein ge-schriebenen Zähler erkennbar sind. Dahin gehören die Unterabthei-lungen des sexagesimalen Maasssystems auf der Vorderseite desersten Täfelchen von Senkereh, von welchem oben im A r orbeigehendie Rede war.
Weitere Bestätigung durch die Ueberlieferung ist zwar nichterforderlich, wo bestimmte Inschriften so deutlich reden. Gleichwohllohnt es bei ihr Umfrage zu halten, was sie bezüglich babylonischenRechnens überhaupt, was sie über das babylonische Sexagesimalsysteminsbesondere uns zu sagen weiss.
Strabo lässt in Phönikien die Rechenkunst entstehen 1 ); Josephus hat, wie wir S. 42 sahen, deren Erfindung den Chaldäern zugewiesen,von welchen sie durch Abraham den Weg nach Aegypten gefundenhabe, und Cedrenus , ein byzantinischer Geschichtsschreiber der Mitte
') Delitzsch , Soss, Ner und Sar. Zeitsclir. Aegypt. 1878. ! ) Maspero-
Bietschmann S. 194. 3 ) Briefliche Mittheilung. 4 ) Strabon XVI, 24 und
XVII, 9 (ed. Meineke pag. 1050 und 1099).