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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel III.

eine beobachtende Sternkunde der Babylonier gab, die damals dasKalenderjahr längst besassen. Babylonisch und zwar aus ähnlich alterZeit dürfte auch die 7 tägige Woche sein, welche, wie wir schon ge-legentlich bemerkt haben, in der biblischen Schöpfungswoche sichwiederspiegelt, während sie der Anzahl der bekannten Wandelsterneihren eigentlichen Ursprung verdankt. Auf die babylonische Heimathweisen die 7 Stufen verschiedenen Materials hin, welche den Tempeldes Nebukadnezar bildeten, dessen Trümmer im Birs Nimrud begrabenwurden, und der, wie man glaubt, der Spracheuthurm der Bibel war.Ebendahin weisen uns die 7 Wälle von Ekbatana 1 ), und die Machtder Planetengötter über das menschliche Geschlecht und dessenSchicksale bildete einen Theil der babylonischen Vorbedeutungswissen-schaft. 2 ) Babylonisch ist dann weiter die Eintheilung des Tages inStunden. Hier freilich ist eine ganz bestimmte Kenntniss des Sach-verhaltes nicht vorhanden, denn wenn Herodot uns ausdrücklich sagt,die Babylonier hätten den Tag in zwölf Tkeile getheilt 3 ), so sprechenandere Gründe für eine Theilung des Tages in GO Stunden, und manhat versucht sich damit zu helfen, dass man die 12 bürgerlichenStunden, welche den Tag ohne die Nacht ausfüllten, von einer wissen-schaftlichen Eintheilung zu astronomischen Zwecken unterschied. 4 )Die Vermuthung, mau habe in Babylon den Tag in 60 Stunden ge-theilt, beruht vornehmlich auf zwei Gründen. Erstlich wendet Ptolemäus bei der auf Hipparch und auf die Chaldäer Bezug nehmenden Be-rechnung der Mondumläufe die Sechzigtheilung des Tages an 5 ), undzweitens theilten die Yedakalender der alten Inder gleichfalls denTag in 30 muliurta, deren jeder aus 2 nädikä bestand, so dass 60 Theilegebildet wurden. 0 ) Indische Astronomie weist aber vielfach mitzwingender Nothwendigkeit auf babylonische Beeinflussung zurück.Die Dauer des längsten Tages z. B. wurde in dem Yedakalender auf

18 muliurta , d. h. also auf — Tageslängen oder 14*24'" angegeben.

Ptolemäus in seiner Geographie bezeichnet sie zu 14* 25’" für Babylon .In chinesischen Quellen erscheint dieselbe Dauer in Gestalt von60 Khc, deren jeder 14"‘ 24* beträgt. 7 ) Die Dauer des längsten Tagesist aber selbstverständlich als von der Polhöhe abhängig nicht allerOrten gleich; ferner waren in so weit zurückliegenden Zeiten dieBeobachtungen wie die daran sich knüpfenden Rechnungen nicht sofeiner Natur, dass fast identische Ergebnisse an verschiedenen Ortenzu erwarten wären. Die Wahrscheinlichkeit ist daher nicht zu unter-

') Herodot I, 98. 2 ) Diodor II, 30. 3 ) Herodot II , 109. ‘) Lepsius,

Chronologie der Aegypter S. 139, Note 1. 5 ) Ptolemaeus, Almagestum IV, 2.B ) Lassen, Indische Alterthumskunde pag. 823. A. Weher, Ueber den Veda-Kalender geuannt Jj'otischam (Abhandl. Berlin. Akad. 18G2), S. 105. 7 ) Biot ,l’recis de l’astronomic Chinoise. Paris , 1801, pag. 29.