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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Die Babylonier.

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schätzen, dass die Zahlenangabe für den längsten Tag sich von einemder drei Punkte nach den beiden anderen verbreitet haben werde,und zwar so, dass Babylon als Verbreitungsmittelpunkt zu geltenhätte. 1 ) In Indien haben übrigens Zeitmesser, welche auf der Ein-theilung des Tages in 60 Theile beruhen, bis auf die heutige Zeitsich erhalten, und der deutsche Reisende H erm. Schlagintweit war inder Lage der Münchner Akademie eine solche Uhr vorzuzeigen. Siebesteht aus einem Abschnitte einer Hohlkugel aus dünnem Kupfer-blech, welcher unten fein wie mit einem Nadelstich durchlöchert ist.Setzt man diese Vorrichtung auf Wasser, so füllt sich die Kugel-schale allmälig an und sinkt nach bestimmter Zeit, etwa nach andert-halb muhurta, unter hörbarem Zusammenklappen des Wassers überihr, unter. 2 )

Diese ganze Erörterung hat nun allerdings den eigentlichenFragepunkt unserer Untersuchung kaum gestreift. Wenn man vielleichtauch der Ueberzeugung jetzt Raum geben mag, dass der Tag derBabylonier von den Astronomen in 60 Theile zerlegt zu werdenpflegte, wenn für die Geschichte indischer Wissenschaft Folgerungendaraus zu ziehen uns künftig gestattet werden sollte, für Babylon istdoch höchstens ein Beispiel von Sechzigtheilung mehr gewonnen, undimmer kehrt die Frage wieder: warum wählte man 60 Theile? Wirglauben indessen doch auf der richtigen Spur gewesen zu sein, alswir das astronomische Gebiet betraten, denn dort däucht uns liegtder Ursprung dieser Wahl. Wir stellen uns den Vorgang etwafolgendermassen vor und werden im 31. Kapitel unterstützende Tliat-sachen anführen können. Zuerst wurde von den Astronomen Baby-lons das Jahr von 360 Tagen erkannt, und die Kreistheilung in 360Grade sollte den Weg versinnlichen, welchen die Sonne bei ihremvermeintlichen Umlaufe um die Erde jeden Tag zurücklegte. Wollteman nun von dieser Kreistheilung, von diesen Graden, wieder grössereMengen zusammenfassen, so lag es nahe, den Halbmesser auf demKreisumfang herumzutragen. Man erkannte, wie wir fürs Erste unszu glauben bitten, die Begründung uns bis zum Schlüsse des Kapitelsversparend, wo wir uns mit babylonischer Geometrie beschäftigenmüssen, dass ein sechsmaliges Herumtragen des Halbmessers alsSehne den Kreis vollständig bespannte und zum Ausgangspunktezurückführeud dem regelmässigen Sechsecke den Ursprung gab. Dann

’) A. Weber in den Monatsber. Berlin . Akad. 1862, S. 222 und in dervorcitirten Abhandlung S. 14—15 und 29-30. Vergl. auch desselben Verfassers:Vedische Nachrichten von den Naxatra II. Theil (Abhandl. Berlin . Akad. 1862),S. 362. Entgegengesetzter Meinung sind Whitney und G. 'l'hibaut. Vergl.des Letzteren: Contributions to the explanation of the Jyotisha-Feddnga. pag. 13.

2 ) Sitzungsbericht der matli. phys. Klasse d. bair. Akad. d. Wissen-schaft in München für 1871, S. 128 flgg.

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