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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel 111.

aber enthielt jeder dieser grösseren von einem Halbmesser bespanntenBögen genau CO Tlieile und fasste man sie besonders ins Auge, sowar damit die Sechzigtheilung, w r ar zugleich die Sechstheilung ge-wonnen. Letztere könnte in den so biiutig wiederkehrenden Sechsteln(S. 70) sich erhalten haben, Erstere diente hinfort, wo es um ge-nauere Theilung sich handelte, sei es um die Theilung der Zeit, odervon Längen, oder wms nur immer getheilt werden sollte. Der Ursprungder Sechzigtheilung kann dabei sehr leicht in Vergessenheit gerathensein, so dass man beispielsweise in jener Mondbeleuchtungstheorie(S. 72) den vierten Theil der Mondscheibe in GO Theile zerlegte,während man den Graden entsprechend 90 solcher Theile im Quadrantenangenommen hätte, wenn nicht, wie wir sagten, der Ursprung derSechzigtheilung bereits vergessen gewesen w 7 äre.

Fast noch schwieriger als die Beantwortung der Frage nach demUrsprünge des Sexagesimalsystemes ist es darüber Rechenschaft zugeben, wie so in dieses Sexagesimalsystem der Babylonier die Misch-zahl des Ner von G00 eindrang. Wollen wir unsere Vermuthungüber diesen Gegenstand erörtern, so müssen wir über das Rechnen derBabylonier Einiges vorausschicken. Dass sie rechneten, viel und gutrechneten, wissen wir bereits. Dass die Ergebnisse ihres wissen-schaftlichen Rechnens imSexagesimalsysteme niedergeschrieben wurden,wissen wir gleichfalls. Aber wie gelangte man zu diesen Ergeb-nissen? Nach dem, was wir in der Einleitung (S. 6), w*as wir imersten Kapitel (S. 42—45) auseinandergesetzt haben, werden unsereLeser sich nicht erstaunen, wenn wir für die vorderasiatischen Völkerder alten Zeiten ebenfalls ein Fingerrechnen und ein instrumentalesRechnen in Anspruch nehmen, allerdings mehr auf allgemeine Noth-w r endigkeit als auf besondere Zeugnisse uns stützend. Für dasFingerrechnen steht eine vereinzelte Notiz zu Gebote, der PerserOrontes behaupte, der kleine Finger bedeute sowohl eine Myriadeals Eins 1 ), sowie die Erwähnung dieses Verfahrens bei Schriftstellern,welche mit der Geschichte jüdischer Wissenschaft sich beschäftigthaben. 2 ) Noch schlimmer vollends steht es mit der äusseren Be-gründung des babylonischen Rechenbrettes, für welches nur dereinzige Umstand geltend gemacht werden kann, dass bei den StämmenMittelasiens bis nach China hinüber ein Rechenbrett mit Schnürenzu allen Zeiten in Uebung gewesen zu sein scheint, während gradein jener Gegend eine Veränderung der Sitten und Gebräuche wenigstensin geschichtlich genauer bekannter Zeit so gut wie nicht vorgekommenist, während andrerseits für babylonisch-chinesische Beziehungenältester Vergangenheit neben dem, was vorher von der Dauer des

*) Pott II, 36 nach Suidas . 2 ) Friedlein in der Zeitschr. Mathem.Pliys. IX, 329.