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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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92
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92 Kapitel III.

eifrigstem Suchen in den betreffenden Kupferwerken ein Fünfeck vonuns aufgefunden worden ist. Die Stelle selbst ist aber von Lutherfalsch übersetzt, und so dunkel ihr Sinn ist, die Bedeutung, dass voneinem Fünfecke irgend wie die Rede sei, hat sie sicherlich nicht.')

Um so häufiger ist von viereckigen Figuren in der Bibel dieRede und zwar von Quadraten sowie von Rechtecken. Es ist vielleichtzum Vergleiche mit noch zu erwartenden Entzifferungen babylonischerTexte nützlich das Augenmerk auf die Maasszahlen dieser biblischenRechtecke 2 ) zu richten. Das Verhältniss 3 zu 4 für zwei senkrechtzu einander zu denkende Abmessungen, oder auch 10 mal 3 zu 4, 3 zu5 mal 4 kommt wiederholt vor, und wenn wir nicht verschweigenwollen noch dürfen, dass ein Rechteck von 3 zu 5 ebenfalls anhäufigeren Stellen sich bemerklich macht, so ist doch nicht aus-geschlossen, dass jene ersterwähnten Maasszahlen 3 zu 4 dazu dienten,einen rechten Winkel mittels des Dreiecks von den Seiten 3, 4, 5zu sichern. AVenigstens wird die Kenntniss dieses letzteren Dreiecksin China von uns nachgewiesen werden.

Dafür aber, dass die Babylonier den rechten Winkel kannten,und zwar nicht bloss als in der Baukunst zur Anwendung kommend,sondern als der Geometrie, der Astronomie dienstbar, sind Beweis-gründe zur Genüge vorhanden. AVir erinnern an das wahrscheinlichgemachte Vorkommen des rechten AVinkels in jener von Sayce über-setzten Vorbedeutuugsgeometrie. AVir erinnern an die den rechtenAVinkel selbst voraussetzende Dreitheilung desselben. AATr habenferner den ausdrücklichen Bericht Herodots, dass von Babylon herdie Hellenen mit dem Polos und dem Gnomon bekannt gewordenseien 3 ). Mag man auch nicht mit aller Sicherheit wissen, welcherleiVorrichtungen unter diesen Namen verstanden wurden, so viel istgewiss, dass es bei ihnen um Zeiteintheilung mittels der Länge desvon der Sonne erzeugten Schattens sich handelte, dass also ein Stabsenkrecht zu einer Grundfläche aufgerichtet ■werden musste. DerUebergang des Gnomon zu den Griechen fand von Babylon aus statt,wann ist zweifelhaft. Ein Berichterstatter nennt Anaxiinander alsden, der um 550 den Gnomon einführte 4 ); ein anderer nennt unsdafür Anaximenes 5 ); ein dritter nennt gar erst Berosus als Er-finder der Sonnenuhr 6 ), womit nur jener Chaldäer gemeint sein kann,welcher unter Alexander dem Grossen geboren um 280 v. Chr. seineBlüthezeit hatte und als Historiker am bekanntesten ist, wenn auchdas Alterthum ihn vorzüglich um seiner auf der Insel Kos gegenüber

') Wir berufen uns für diese Behauptung auf mündliche Mittheilungen vonProf. Dr. A. Merx. ! ) II. Mose 36, 15 und 21; 37, 10; 39, 9—10.I. Könige 7, 27 und häufiger. 3 ) Herodot II , 109. 4 ) Suidas s. v.'Jva^iiiavSQOs. ■') Plinius Hisloria naturalis II, 76. r ’) Vitruvius IX, 9.