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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel IV.

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Der Regel nach benutzten die Syrer allerdings die (S. 101) kurzerläuterte Buclistabenbezeiclinuug.') In einer freilich verhältnissmässigspäten, jedenfalls so späten Zeit, dass von Anfängen einer Bezeich-nungsweise unter keiner Bedingung die Rede sein kann, bedientensie sich der 22 Buchstaben ihres Alphabetes, um der Reihe nach dieneun Einer (1 bis 9), die neun Zehner (10 bis 90) und die vierersten Hunderter (100 bis 400) zu bezeichnen. Die folgenden Hunderterwurden durch Juxtaposition gewonnen: 500 = 400 -j- 100, 600 =400 + 200, 700 = 400 + 300, 800 = 400 + 400, 900 = 400 + 400 +100 oder durch die Buchstaben, welche vorher schon 50 bis 90 be-zeichnet hatten und über die man zur Verzehnfachung ein Pünktchensetzte. Tausende schrieb man durch Einer mit unten rechts ange-fügtem Komma. Zehntausendfacheil Werth ertheilte den Einern undZehnern ein kleiner darunter verlaufender Horizontalstrich. Ver-millionfacht endlich wurde der Werth eines Buchstaben durch doppeltesKomma, d. h. also durch Vertausendfachung des schon Tausendfachen.Zur grösseren Deutlichkeit ptlegte man von diesen beiden Kommadas eine von links nach rechts, das andere von rechts nach links zuneigen. Auch Brüche kommen bei dieser Bezeichnung vor und zwar,wie es scheint, Stammbrüche, welche ähnlich wie bei den Aegypternnur durch die Zahl des Nenners geschrieben wurden, während einvon links nach rechts geneigtes accentartiges Strichelchen darüber sieals Brüche kenntlich machte.

Der syrischen Buchstabenbezeichnung der Zahlen ist wieder dieder Hebräer sehr nahe verwandt. Wann dieselbe entstand, ist einenoch ziemlich offene Frage. Auf hebräisch geprägten Münzen istnicht früher als 137 v. Chr. alphabetische Bezeichnung der Zahlennachweisbar. 2 ) Eine derartige Zahlendarstellung findet sich ebenso-wenig unmittelbar in den Büchern des alten Testamentes. Nur ihreAnwendung zur Gematria bezeugt ihr Vorhandensein, und wenn diesewirklich bis zum VII. Jahrhundert hinaufreicht (S. 87), so ist dashebräische Volk dasjenige, bei welchem die älteste Spur des Zahlen-alphabetes vorkommt, wüihrend im entgegengesetzten Falle Griechenauf die Priorität die gerechtesten Ansprüche haben und man alsdannanzunehmen hätte, es sei von den Griechen wieder nach Osten dieErfindung zurückgekehrt; eine Vermuthung, für welche wir uns freilichbei dem echt orientalischen Gepräge der Gematria selbst, die inGriechenland jedenfalls erst sekundär auftrat, nicht erwärmen können.Das hebräische Alphabet von 22 Buchstaben reichte gleich demsyrischen bis zur Bezeichnung von 4(X). Für die höheren Hunderte

') Merx, Grammatica Syriaca pag. 14 flgg 2 ) Nach einer Mittheilungvon Dr. Euting au Ilankel, die dieser S. 34 seines Geschiclitswerkes ange-führt hat.