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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
Seite
106
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Kapitel IV.

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nnissig die Vokale wegliess und deren Ergänzung dem Leser übertrug,ungemein leicht. Sollte also eine Zahl als solche sofort erscheinen,so war ein Unterscheidungszeichen nothwendig. Dasselbe bestanddarin, dass man über den letzten Zahlbuchstaben zwei Häkchenmachte, oder auch diese Häkchen zwischen dem letzten und vorletztenZahlbuchstaben anbrachte. Bei vier- oder gar mehrstelligen Zahlenwurden die Häkchen öfter wiederholt.

Wir kehren nach diesen Einschaltungen, welche die Wahrschein-lichkeit darthun sollten, dass wie das ionische Alphabet auch dieBenutzung desselben zum Zwecke der Zahlenbezeichnung auf cliana-anitischem Boden enstanden sein dürfte, nach Griechenland zurück,bei dieser Rückkehr beiläufig erwähnend, dass auch die Gematria, diesymbolisirende Buchstaben Verbindung zu Wörtern mit Zahlenwerth, sichbei späteren Griechen einheimisch machte. Die Zahl 6G6 der Apo-kalypse z. B., welche, w'ie jetzt wohl kein Fachmann mehr bezweifelt,aus dem Hebräischen stammt und -cp -p - ?. (Nerun Kesar) bedeutet,wurde von Irenäus dem berühmten Kirchenlehrer des II. S. alsAcuavo $ gelesen und erklärt.

Die Zahlenwerthe der griechischen Buchstaben hiergenauer zu erörtern möchte so ziemlich allen unseren Lesern gegen-über überflüssig sein. Wir begnügen uns daran zu erinnern, dass indem zur Zahlenschreibuug dienenden Alphabet alterthümliche Buch-staben, die sogen. Episemen, noch einen I’latz einnehmen, welcheunter den Buchstaben der Griechen als solchen abhanden gekommenwnxren. ! ) Die Buchstaben alplia bis sanpi genügten in ihrer Ver-bindung zur Darstellung der Zahlen 1 bis 999, wmbei ein darüberbefindlicher Horizontalstrich die Zahlen als solche kennzeichnete undder Verwechslung mit Wörtern Vorbeugen sollte. Die Tausende schriebman mittels der 9 Einheitsbuchstaben, a bis fl-, denen man zur Linkeneinen in Kommagestalt geneigten Strich beifügte. Mitunter wurde,ähnlich wie der vertausendfachende Punkt der Hebräer, das den gleichenZweck erfüllende Komma der Griechen unter gleichen Voraussetzungenweggelassen, nämlich wenn die Stellung vor einem Buchstaben, demau und für sich ein höherer Zahlenwerth eigenthümlich war, dieNothwendigkeit ergab um des Gesetzes der Grössenfolge willen dasbetreibende Zahlzeichen tausendfach zu lesen. Zehntausend wurde alsMyriade durch Mv. oder durch .17. bezeichnet. Bei Vielfachenvon 10000 konnte der vervielfachende Coefficieut eine dreifache Stellungeinnehmen, links vor, rechts nach oder über dem .17. Im erstenFalle wurde M. auch wohl durch einen einfachen Punkt vertreten,welcher aber nicht weggelassen werden durfte, weil die blosse Stellung,

') Vergl. A. Kirchhoff, Studien zur Geschichte des griechischen Alphabets.3. Auflage. Berlin , 1877,