Die <iriechen. Zahlzeichen. Fiugerreclmen. Rechenbrett.
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mehr, bald weniger, und so achte der Tyrann Jenen bald hoch, baldgar nicht.') Desselben Vergleiches bedient sich Polybios, der arka-dische Geschichtsschreiber, welcher 203—121 lebte, und gebrauchtdabei einen nicht unwichtigen Ausdruck. Er sagt nämlich, die Markenauf dem Abax gelten nach dem Willen des Rechnenden bald einenChalkus, bald ein Talent. 2 )
Die Bedeutsamkeit grade dieser von Polybios genannten gegen-sätzlichen Werthe erkennen wir in ihrer Uebereinstimmung mit den
Endwerthen niedersten und höchsten Ranges, welche auf einem er-haltenen griechischen Denkmale, auf der Tafel von Salamis an-gegeben sind. Damit ist nämlich entweder eine annähernde Datirungjener ihrem Alter nach bis jetzt ganz unbestimmbaren Marmortafelermöglicht, oder man hat die für langdauernde Uebung Zeugniss ab-legende Erhaltung genau derselben Abtheilungszahl vor sich. Diesalamiuisclie Tafel 3 ! von Marmor 1,5 m lang, 0,75 in breit wurde zuAnfang des Jahres 184G auf der Insel, deren Namen sie führt, auf-gefunden. Sie war der Grösse ihrer Abmessungen, dem Gewichte T.Mü.CÄxiXPdes Materials, der durch beide vereinigten Umstände erhöhten Un-beweglichkeit zufolge, sicherlich keine gewöhnliche Rechentafel. Wirhaben vielmehr entweder au den G eschäftstisch eines öffentlichenWechslers zu denken, deren es in Griechenland bereits gab, oder aneine Art von Spielbrett mit zur Verrechnung von Gewinn und Ver-lust vorgerichteten Kolumnen. Die Einrichtung war nämlich allemAnscheine nach die, dass jedem der beiden Spieler, beziehungsweiseRechner, fünf Ilauptkelumnen, je zwischen zwei Striche eingeschlossen,und vier Nebenkolumnen zur Verfügung standen. Erstere dientenvon links nach rechts im Werthe abnehmend für Talente (GOGO Drach-men), 1000, 100, 10 und 1 Drachmen, letztere für die Bruchtlieile
der Drachmen Obole Drachme), halbe übole, drittel Obole und
sechstel Obole oder Chalkus. Jede der llauptkolumnen war durcheinen durch alle Abtheilungen gemeinschaftlich durchlaufenden Quer-strich in zwei Hälften getheilt, deren eine, sei es die obere, sei esdie untere, den eingelegten Marken den fünffachen Werth gab wiedie anderen. Es ist das ein thatsächlicli vorhandenes Beispiel dessen,was wir (S. 85) bei den Babyloniern vermuthungsweise annahmen,um die Entstehung des Wortes Ner uns zu verdeutlichen. Wir dürfenzugleich lieivorheben, dass die 5 Hauptkolumnen ihrer Anzahl nachmit den fünf einfachen Grundzahlwörtern der Griechen von derMonas bis zur Myrias übereiustimmen, dürfen zugleich an das früherüber Beschränkung volkstümlicher Zahlenbegriffe Gesagte erinnern.Dass unsere in allen wesentlichen Punkten von Letronne herstammende
') Diogenes Laertius I, 59. *) Polybios V, 2G, 13. 3 ) Math. Beitr.Kulturl. S. 132 und 136 flgg. die genaueren Quellenangaben.