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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel V.

Erklärung der salaminischen Tafel richtig sein muss, beweisen ins-besondere die auf der Tafel befindlichen selbst 13 mm hohen Zahl-zeichen. Sie sind heriodianische Zeichen, und es ist eben so fein alsrichtig hervorgehoben worden, es sei kein Zufall, wenn diese Bezeich-nung, welche neben den einzelnen Grundzahlen auch deren Fünffachekürzer zu schreiben gestatte, auf einem nach demselben Gedankenabgetlieilten Rechentische sich finde 1 ).

Dürfen wir vielleicht den Rückschluss ziehen, das Rechenbrettähnlicher Art müsse bei den Griechen mindestens so alt wie jeneZeichen gewesen sein? Dürfen wir das in einer Quelle berichteteVorkommen herodianiseher Zeichen in solonischer Zeit mit dem ebenangeführten Ausspruche Solons , der für das A 7 orhandensein einesRechenbrettes zwingend wäre, wenn er selbst als beglaubigt betrachtetwerden könnte, in Verbindung bringen? Dürfen wir beide als gegen-seitige Stützen betrachten und somit um 600 ein schon ziemlich aus-gebildetes Rechnen auf dem Rechenbrett in Griechenland annehmen?

Wir wollen uns nicht soweit in Vermuthungen einlassen, dasswir alle diese Möglichkeiten als Wahrheiten behaupteten. Nur Einessei bemerkt, dass auf dem Sandbrette sehr leicht mittels eines StiftesKolumnen bildende Linien gezogen werden konnten, dass somit durch-aus kein Grund vorliegt einen Zweifel zu hegen, ob gleichzeitig mitder Herstellung der salaminischen Tafel und ähnlicher Tische auchdie pythagoräische Benutzung des Sandbrettes zum Rechnen in Uebunggewesen sei. Das Rechnen selbst beschränkte sich anfangs gewissauf die einfachsten Grund verfahren des Zusammenzählens und Ab-ziehens. Ein mathematisches Rechnen kam erst in Frage, als einewirkliche Mathematik in Griechenland sich gebildet hatte, und wirderst in jener Zeit von uns behandelt werden dürfen.

Das mathematische Denken war in Griechenland vorzugsweise eingeometrisches. Der Geometrie gehören auch die Anfänge der Mathe-matik an, zu welchen wir uns jetzt wenden.

Kapitel V.

Thaies und die älteste griechische Geometrie.

Ein gelehrter Philosoph des V. S. Proklus Diadochus hat unsein ungemein werthvolles Bruchstück eines älteren Schriftstellers auf-bewahrt, welches uns ein Bild der ältesten griechischen Mathematikin Jonien, iu Unteritalien und in Athen den Umrissen nach erkennenlässt. Es stammt nach Proklus Aussage von denen her, „die die Ge-schichte geschrieben haben“, und man ist allgemein darin einig hier

) Stoy 1. c. S. 26.