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ein Fragment des Eudemus, oder wenigstens einen Auszug ausdessen historisch-geometrischen Schriften zu erkennen.') Wir werdendasselbe häutig zu nennen haben und ihm zu diesem Zwecke denseinem Inhalte wohl am Meisten entsprechenden Namen des altenMathematikerverzeichnisses beilegen. Chronologisch tlieilt esuns nämlich nach kurzer Einleitung die Namen derjenigen Männermit, die nach der Meinung des Verfassers die Entwicklung der Mathe-matik vorzugsweise gefördert haben. Chronologisch, wie wir siebrauchen, werden wir die einzelnen Sätze abdrucken. Sie bilden ge-wissermassen die Ueberschrift einzelner Paragraphen, in welche wirunterzubringen haben werden, was in Bezug auf die einzelnen Persön-lichkeiten aus anderen Quellen bekannt geworden ist. Die einleiten-den Worte lauten folgendermassen:
„Da es nun nothwendig ist, auch die Anfänge der Künste undWissenschaften in der gegenwärtigen Periode zu betrachten, so be-richten wir, dass zuerst von den Aegyptern der Angabe der Meistenzufolge die Geometrie erfunden ward, welche ihren Ursprung aus derVermessung der Ländereien nahm. Denn letztere war ihnen nötliigwegen der Ueberschwemmung des Nil, der die einem Jeden zuge-hörigen Grenzen verwischte. Es hat aber Nichts wunderbares, dassdie Erfindung dieser sowie der anderen Wissenschaften vom Bedürf-niss ausgegangen ist, da doch Alles im Entstehen Begriffene vom Un-vollkommenen zum Vollkommenen vorwärtsschreitet. Es findet vonder sinnlichen Wahrnehmung zur denkenden Betrachtung, von dieserzur vernünftigen Erkenntniss ein geziemender Uebergang statt. So-wie nun bei den Phönikiern des Handels und des Verkehrs halber einegenaue Kenntniss der Zahlen ihren Anfang nahm, so ward bei denAegyptern aus dem erwähnten Grunde die Geometrie erfunden."
Wir begnügen uns unter Abdruck dieser Sätze darauf aufmerk-sam zu machen, dass hier über die Erfindung der Geometrie dasselbebehauptet wird, was wir früher (S.53—55) nach anderen Quellen als diewenigstens in Bezug auf den ägyptischen Ursprung wohlbegründeteMeinung des griechischen Alterthums mitgetheilt haben. Die Geo-metrie kam aus Aegypten nach Griechenland . Wie und durch wen,darüber belehrt uns das Mathematikerverzeicliniss, wenn es fortfährt:
„Thaies, der nach Aegypten ging, brachte zuerst diese Wissen-
') Diese Stelle ist abgedruckt in Procli Diadodii in primum Eudidis ele-mentorum librum commentarii (ed. Friedlein). Leipzig , 1873, pag. 64 lin.16—68 lin. 6. Der Urtext mit gegenüberstehender deutscher Uebersetzung beiBrets chneider, Die Geometrie und die Geometer vor Euklides. Leipzig , 1870,S. 27—30. Wir citiren dieses Werk künftig kurz als Bretschneider. Wir be-dienen uns der Hauptsache nach der dort mitgetheilten Uebersetzung, von derwir nur in wenigen Punkten, wo wir B’s Auflassung nicht theilen können, unsentfernen.
Cantor, Geschichte der Mathera. I.
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