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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel VI.

Stesichorus, als ein eifriger Geometer erwähnt; auch berichtet Hippias der Eleer von ihm, dass er sich als Geometer Ruhm erworben habe.“

Diese Persönlichkeit ist ein so untrügliches Zeugniss für dieVergänglichkeit irdischen Ruhmes, wie kaum eine zweite, denn wirkennen heute von dem gerühmten Geometer nicht einmal mehr denNamen mit einiger Sicherheit. Wir haben hier Mamerkus nachder Lesart der gegenwärtig allgemein benutzten letzten Ausgabe desProklus geschrieben. D Andere nennen den Bruder des StesichorusMam ertinus, noch Andere Ameristus. Ein wegen seiner Un-genauigkeit berüchtigter mathematischer Historiker des XVII. S.,Milliet Dechales, macht sogar zwei berühmte Geometer aus ihm, einenMamertinus und einen Amethistus. Wir begnügen uns mit demEingeständnisse gar Nichts von ihm zu wissen. Der Bruder Stesi-chorus ist eine bekanntere Persönlichkeit. Er starb um 560 im Altervon 85 Jahren und stammte aus IJimera in Sicilien. Jedenfalls weistalso die geometrische Tliätigkeit des Bruders des Dichters uns daraufhin, dass der Geschmak an Wissenschaft, an Geometrie insbesondere,seit Thaies die Anfänge aus Aegypten mitgebraeht hatte, weitere Ver-breitung gewann, dass die Zeit jetzt nahte, wo in Sicilien und inUnteritalien eine schulmässige Beschäftigung mit unserer Wissen-schaft ihre gedeihliche Wirkung äussern konnte unter der Leitungeines Mannes, der eben dort seine Studien machte, wo auch Thaiesin die Geometrie eingeweiht worden war.

Thaies also hat nebst seinen nächsten ionischen Nachfolgern füruns die Bedeutung, dass man durch ihn in Erfahrung gebracht hatte,wo Geometrie zu Hause sei; dass von ihm die ersten der Zahl nachgeringen, der Anwendung nach schon werthvollen Sätze der Geometriebekannt gemacht wurden; dass von ihm eine etwas strengere Beweis-führung ausgiug; dass er endlich eine Schule gründete, die der Wissen-schaft diente und nicht Staatsleben und Geldverdienst allein als die Dingeehrte, denen ein Mann seine Kräfte widmen konnte. In allen diesenRichtungen können wir den Mann als seinen Nachfolger betrachten,dem wir jetzt uns zuwenden: Pythagoras von Samos .

Kapitel VI.

Pythagoras und die Pythagoräer. Arithmetik.

„Nach diesen verwandelte Pythagoras die Beschäftigung mitdiesem Wissenszweige in eine wirkliche Wissenschaft, indem er dieGrundlage derselben von höherem Gesichtspunkte aus betrachtete unddie Theoreme derselben immaterieller und intellektueller erforschte.

') Proklus (ed. Friedlein), pag. 65, lin. 12.