Mathematiker ausserhalb der pythagoreischen Schule.
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genannte Hippies wirklich liippias von Elis sei 1 ), aber sicherlicli mitUnrecht. Proklus besitzt nämlich in seinem Commentare eine Ge-wohnheit, von der er nie abgeht. Er schildert einen Schriftsteller,welchen er anführt, sofern Missverständnisse möglich wären, mitdeutlicher Benennung, lässt aber später die Beinamen weg, wenn eres unbeschadet der Deutlichkeit tliun darf. So nennt er einen Zenou vonSidon später nur Zenon den früher erwähnten oder kurzweg Zenon;Uaodamas heisst beim ersten Vorkommen von Tliasos, später nurUaodamas; Oinopides von Chios wird später zum einfachen Oinopides,Theätet von Athen zum Theätet u. s. w. Hippokrates der Arzt wirdan einer Stelle, Hippokrates von Chios an einer späteren genannt,und wo noch später der Letztere wieder auftritt, heisst er wiederHippokrates von Chios, weil eben vorher zwei des Namens genanntwaren, und damit zum Missverständnisse Gelegenheit geboten war.Wenn also Proklus uns einen liippias schlechtweg nennt, so mussdas liippias von Elis sein, der schon vorher einmal in demselbenCommentare deutlich bezeichnet war. Aber sehen wir sogar vondieser Gewohnheit des Proklus ab. Bei jedem Schriftsteller, insbe-sondere bei jedem, der den Werken Platons ein eingehendes Studiumgewidmet hatte, konnte liippias ohne jedwede andere Bezeichnungnur liippias von Elis sein, eine viele Jahrhunderte lang theils umseiner Persönlichkeit willen, theils um seines mit zwei Dialogen ver-knüpften Namens wegen weit und breit bekannte Eigur. liippiasvon Elis war ein wegen seiner Eitelkeit, die selbst für einen Sophistenetwas hochgradig gewesen zu sein scheint, berüchtigter älterer Zeit-genosse des Sokrates . Seine Geburt dürfte auf 460 etwa anzusetzensein. 2 ) Die Geistesrichtuug und die Thätigkeit der Sophisten istbekannt. Den eignen Vortheil über Alles stellend lehrten sie auchAndere gegen mitunter recht hohe Bezahlung ihres Vortheils wahr-nehmen und durch Künste der Beredtsamkeit, durch Schlüsse, welcheTrugschlüsse sein durften, wenn sie nur wirksam sich erwiesen, imStaatswesen und vor Gericht Einfluss und Geltung sich erwerben.Sittlichkeit kann die berufsmässigen Rechthaber nicht ausgezeichnethaben, aber Scharfsinn, Sclilagfertigkeit, umfassendes Wissen denSophisten im Allgemeinen und dem liippias als einem ihrer llaupt-vertreter insbesondere abzusprechen ist man in keiner Weise befugt.So darf es gewiss nicht als Ironie aufgefasst werden, wenn der Ver-fasser eines gleichviel ob mit Recht oder Unrecht Platon zugeschrie-benen Gespräches sich zu den Worten veranlasst sieht: Was du ambesten verstehst, was die Sterne betrifft und was am Himmel sich
‘) i\ Blass in den Neuen Jahrbüchern für Philologie und Pädagogikild. 105 in einem Referate über Bretschneiders Geometrie und Geometer vorEuklid , llankel S. 151; aber auch schon im Bulletino Boncompagni 1872,pag. 297. Friedlein, Beiträge III, S. 8 (Programm für 1873). 2 ) Zeller 1,875.