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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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183
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l’laton.

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Platon mul die Akademie nehmen jetzt, wie in der Ge-schichte der griechischen Philosophie, so in der Geschichte der griechi-schen Mathematik, die leitende Stellung ein. Mit ihnen müssen wiruns beschäftigen.

Kapitel X.

Platon.

Zwei Kriege von schwerwiegender Bedeutung für die Gestaltungstaatlicher Verhältnisse, wie für die Entwicklung der Wissenschaftenwurden auf griechischem Boden innerhalb eines Menschenlebens ge-kämpft. Der pelopounesische Krieg, welcher die Macht Athens vernich-tete, welcher den Staat des Perikies von seiner geistigen, wissenschaft-lichen wie künstlerischen Höhe herabstürzte, begann 431. Der sogenannteheilige Krieg, in welchem die Thebauer durch ein kurzes Uebergewichterschöpft, König Philipp von Macedonien zu Hilfe riefen und ihm soden ersten willkommenen Anlass gaben in griechische Dinge sicheinzumengen, endete 34G. Dieselben Jahreszahlen begrenzen fastgenau das Leben Platons. Seine Geburt fällt in das Jahr 429, indas Schreckensjahr, in welchem die durch die Schilderung des Tliuky-dides in grässlicher Wahrheit bekannte Pest Athen in Trauer hüllte,in welchem Perikies starb. Sein Tod erfolgte 348 an demselben Tage,au welchem er 81 Jahre früher geboren war.

Platon gehörte einer der angesehensten athenischen Familien au.Bis auf König Kodrus führte der Stammbaum des \aters, bis aufSolon der der Mutter zurück 1 ). Platons erste Jugend fiel, wie wirwissen, in eine für Athen trübe und bewegte Zeit, aber bald lächeltedas Glück der Stadt, welche es liebgewonnen, aufs Neue. Die Knaben-jahre Platons fallen mit der Glanzzeit de^ Alkibiades zusammen, undder Freund des Alkibiades, Sokrates, war Platons Lehrer. ImVerkehre mit den geistig bedeutendsten Männern seiner Vaterstadtentwickelte der Knabe sich zum Manne. Um das Jahr 400 etwa,nachdem Sokrates den Giftbecher hatte leeren müssen, verliess Platon die lleimath, in welcher es für den nächsten Schüler des gleichvielob gerechtem oder ungerechtem Volkshasse zum Opfer Gefallenennicht mehr sicher war, und verwandte eine längere Reihe von Jahrenzu Reisen, welche seine wissenschaftliche Ausbildung vollendeten.Nach Kyrene, wo an der Nordküste Afrikas griechische Bildung schoneine Pflanzstätte geschaffen hatte, lockte ihn der Ruhm des Theo-dorus, welchen wir am Schlüsse des vorigen Kapitels Platons Lehrerin der Mathematik genannt haben. Aegypten sah ihn jedenfalls zulängerem Aufenthalte, wenn auch Strabons Berichterstatter sehr iiber-

') Diogenes Laertius 111, 1.