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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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1‘laton.

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unter mein Dacli, fnjdelg dysojusr^r^rog eiöltco fiov T))v Oreytjv, wardie Ankündigung, mit welcher der angehende Akademiker empfangenwurde 1 ), und Xenokrates, der nächst Speusippus als zweiter Nach-folger Platons die Akademie leitete 2 ), blieb ganz in den Fussstaj’fenseines Lehrers, wenn er einen Jüngling, der die verlangten geometri-schen Vorkenntnisse noch nicht besass, mit den Worten zurückwies:Gehe, Du hast die Handhaben noch nicht zur Philosophie, tioqevovA- aßag yag ovx E%eig qMÄooogptßg. 3 )

Platon war in dieser Beziehung so sehr Pytbagoräer geworden,dass er den Gegensatz nicht scheute, in welchen er seinen ältestenund verehrtesten Lehrer Sokrates scheinbar zu sich selbst setzte.Sokrates, wie Xenophon in seinen Erinnerungen ihn schildert 4 ),wollte die Geometrie nur so weit getrieben wissen, bis man Land mitdem Maassstabe in Besitz nehmen oder übergeben könne. Der So-krates in Platons Dialogen, dem dieser stets die Gesinnungen in denMund zu legen liebt, die ihn selbst erfüllen, erklärt dagegen 3 ), dassdie ganze W issenschaft doch nur der Erkenutniss wegen betriebenwerde. Es ist bekanntlich, sagt er auch, in Bezug auf jedes Lernen,um besser aufzufassen, ein himmelhoher Unterschied zwischen Einem,der sich mit Geometrie befasst hat, und dem, der es nicht getlian hat.

AVir verzichten darauf alle Stellen zu sammeln, an welchen Plato ähnliche Gesinnungen über die Mathematik äussert, und zu welchenauch der Ausspruch (S. 156) gehört, dass Gott allezeit geometrischverfahre, nur eine Bemerkung über das W r ort Mathematik wollenwir hier einschalten. Von einer Wissenschaft der Mathematik wusstePlaton so wenig wie seine Zeitgenossen.'’) Wohl besassen sie dasAVort uadtjuara (Lehrgegenstände), aber es umfasste Alles, was imwissenschaftlichen Unterrichte vorkam. Erst bei den Peripatetikernbekam das allgemeine Wort die besondere Bedeutung, welche wir ihmgegenw'ärtig noch beilegen, und umfasste fortan Rechenkunst undArithmetik, Geometrie der Ebene und Stereometrie, Musik und Astro-nomie, während zugleich auch der Name der Philosophie, welcher fürPlaton erst die wörtliche Bedeutung der Weisheitsliebe besass, einerbesonderen Wissenschaft zuertheilt wurde.

Die Vorliebe Platons für mathematische Dinge äussert sich nebenden schon berührten Vorschriften über Jugenderziehung in seinemidealen Staatswesen, wo ein Schulzwang innerhalb der einfachstenLehrgegenstände obwalten, wo Lesen, Schreiben und Rechnen allenMädchen wie Knaben beigebracht werden soll 7 ), auch darin, dass er

') Tzetzes, Cliil. VIII, 972. 2 ) Diogenes Invertins 1,14. 3 ) DiogenesLaertius IV, 10. ') Xenophon, Memorabil. IV, 7 und ihm folgend Dio-genes Laertius II, 32. s ) Die Stellen aus Platons Staat bei llothlauf S. 2und 7. 6 ) Kothlauf S. 18—19. 7 ) Platon, Gesetze pag. 805.