Platon.
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verdoppelten Würfels besonders redet, erwähnt den Namen Platon und erwähnt nicht, dass er das Vertrauen, welches die Delier in seineGeschicklichkeit setzten, durch Lösung der Aufgabe rechtfertigte.*Diesem Schweigen schliesst sich Theon von Smyrna an, der freilichaus Eratosthenes schöpfte, und Johannes Philoponus. Plutarch ergänztes nun gar dadurch, dass Platon von vorn herein die Erwartung, alskönne er die Frage lösen, unter Verweisung an andere Geometer von,'-sich abzulenken wusste. Man muss zugeben, dass dieses Schweigen,dass dieser Zusatz sehr eigenthiimlich, sehr schwer zu verstehen sind,wenn jene Schriftsteller das Verfahren Platons kannten, dass esnoch staunenswerther wäre, wenn Platon den Würfel verdoppelt hätteund jene Schriftsteller von seiner Abhandlung, die doch zur Kennt-niss des Eutokius gelangt sein muss, Nichts gewusst hätten. Eswäre darnach möglich, dass die Quelle des Eutokius eine jener ge-fälschten Abhandlungen gewesen wäre, wie sie zur Zeit des Neu-platonismus zu Dutzenden erschienen und auf Rechnung alter Lehrergesetzt wurden.
Dazu kommt eine ganz bedenkliche Notiz, welche Plutarch zwei- lmal mitgetheilt hat. 1 ) Platon, sagt er, tadelte den Eudoxus undArchytas und Meniichmus, welche die Verdoppelung des Körper-raumes auf instrumentale und mechanische Verfahrungsweisen zurück-führen, gleich als ob sie hierdurch zwei mittlere Proportionalen aufunerlaubte Weise zu erhalten versuchten. Denn auf solche Artwerde der Vorzug der Geometrie aufgehoben und verdorben, sofernman sie wieder auf den sinnlichen Standpunkt zurückführt, sie, diein die Höhe gehoben werden und sich an ewige und körperlose Ge-dankenbilder halten sollte, wie dies bei Gott der Fall ist, der dess-lialb immer Gott ist. So die eine Stelle Plutarclis. Wo er aber aneiner zweiten Stelle die gleiche Angabe wiederholt, verbindet er damitdie Bemerkung, in Folge von Platons Unwillen über die Würfel-verdoppelung durch Werkzeuge sei die Mechanik von der Geometrievollständig getrennt worden und dadurch auf lange Zeit zu einerblossen Hilfswissenschaft der Kriegskunst herabgesunken. Konnte,sagt man, Platon einen derartigen Tadel gegen Eudoxus, gegenArchytas , gegen Menäclnnus aussprechen, wenn er selbst ein mecha-nisches Verfahren zur Würfelverdopjielung erdachte? Ist damit nichtder Beweis geliefert, dass der Bericht des Eutokius so weit irrig seinmuss, als ihm Platon für den Erfinder einer Vorrichtung gilt, die jvon irgend einem Anderen herrührte?
Wir gestehen zu, dass diese Eiuwürfe sehr gefährlicher Natursind, um so mehr als nicht zu bezweifeln ist, dass die Platon durchPlutarch beigelegte Meinung mit dem ganzen philosophischen Charakter
') Plutarchus, Quacst. conviv. VIII, 92, 1 uml Vita Marcclli 11 , 5.