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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Die Akademie. Aristoteles .

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sein Leben. Griechenland hat ihn gebildet, durch Makedoniens Königehat er einen wesentlichen Theil seiner grossartigen Kulturmission aus-geübt. Aristoteles war iin 18. Jahre seines Lebens in die platonischeSchule in Athen eingetreten, wo er Mitschüler des Xenokrates war,und verliess diese Stadt, in welcher er übrigens auch selbst eineRednerschule im Gegensätze zur Akademie eröffnete, im Jahre 347nach Platons Tode. Von 343 bis 340 etwa war er als ErzieherAlexanders des Grossen am makedonischen Hofe, verwandte dann dienächsten Jahre zur Abfassung von für seinen Zögling bestimmtenSchriften und eröffnete etwa 334 in Athen bei dem Tempel des ApolloLykeios seine Vorträge. Lustwandelnd in den Baumgängen des an-stossenden Gartens wurden die Peripatetiker die zahlreichste Philo-sophenschule. Die Beziehungen des Aristoteles zu Alexander bliebenauch aus der Ferne die besten, bis 328 die Leidenschaftlichkeit desaufbrausenden Fürsten einen unheilvollen Riss hervorbrachte. Dashinderte freilich nicht, dass die nach Alexanders Tode 322 sich auf-raffenden Athener Aristoteles mit ihrem Hasse bedrohten. Er flohnach Chalkis und starb dort innerhalb Jahresfrist.

Wir haben von den Leistungen des grossen Stagiriten hiernur einen kleinsten Bruclitlieil zu besprechen. Seine astronomischen,seine physikalischen, seine naturbeschreibenden Schriften kümmernuns als solche nicht. Seine eigentlich philosophischen Werke habenfür uns nur mittelbare Bedeutung. So haben wir dessen, was er inseiner Physik über das Unendlichgrosse und das Unendlichkleine sagt,schon früher (S. 173) gedacht, und mit Bewunderung bei ihm eineAuffassung erkannt, welche den Anschauungen unserer eigenen Zeitrecht nahe kommt.

Man könnte vielleicht erwarten, dass wir in den Schriften desAristoteles die zahlreichen Beispiele absuchten, welche der Geometrieund der Arithmetik entnommen sind 1 ). Wir werden uns dieser Mühenicht unterziehen, denn nur verhältnissmässig wenige dieser Stellenbesitzen eine geschichtliche Bedeutsamkeit. Auf Einiges durften wirhimveisen, als wir mit der Mathematik der Pythagoräer uns be-schäftigten, so insbesondere auf die Erklärung des Gnomon (S. 137),auf das Vorkommen des Wortes Dreieckszahl (S. 143), auf den Be-weis der Irrationalität von j/2 (S. 154), welche uns werthvoll waren.Auf Anderes wollen wir jetzt die Aufmerksamkeit lenken, an den vielhäufigeren uns unwichtig scheinenden Stellen mit Schweigen vorüber-gehend. Wir erwähnen zunächst, dass, während bei Platon der Gegen-

’) Eine derartige wenn auch nicht vollständige Zusammenstellung hat einbologneser dem Jesuitenorden ungehöriger Professor der Mathematik Bian-cani (Biancanus) unter dem Titel Aristotelis loca mathematicci 1615 ver-öffentlicht.