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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Alexandria. Die Elemente des Euklid .

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Aegypten war unter den Feldlierrn, die das Erbe des verstorbenenWeltbelierrsebers unter einander theilten, dem geistig hervorragendsten,Ptoleiniius, Sohn des Lagus, zugefallen, und er, der als Ptolemäus Soter 305 den Königstftel annahm, wie seine beiden Nachfolger,Ptoleiniius Pliiladelphus (285—247) und Ptolemäus Euer-getes (247—222), welcher letztere durch die adulitische Inschriftwie durch das mit ihr in bestimmten Einzelheiten übereinstimmendeEdikt von Kauopus (S. 35) als mächtiger Eroberer ebenso wie alsFreund der Wissenschaften bezeugt wird, begründeten das Ptolemäer-reich. Unter ihnen wurde Alexandria vollends, wozu die Anlageschon gegeben war, zum Sitze der exakten Wissenschaften und derGrammatik, zum Aufbewahrungsorte der grossartigen alexandrinischenBibliothek, zum Mittelpunkte, wohin Alles strömte, wer nur in denWissenschaften lernend oder lehrend, sich oder Andere fördern wollte.Fand er doch dazu in Alexandria das sogenannte Museum, einenVerein gelehrter Männer, denen aus königlichen Mitteln ein ehren-voller Unterhalt gewährt wurde. Die drei ersten Ptolemäer gaben,wie gesagt, den Anstoss zu dieser wissenschaftlichen Entwicklung.Ptolemäus Euergetes insbesondere vermehrte aufs Bedeutsamste dieBibliothek, zu welcher er den ganzen Bücherschatz beifügte, der einstAristoteles und Theophrastus angehört hatte. Aber auch die späterenPtolemäer Hessen nicht von der Unterstützung der Gelehrten, welchein ihrem Hause ebenso herkömmlich geworden war, wie Unzucht undVerwandtenmord.

Der erste der grossen Mathematiker, welche uns in dem mit derRegierung des Ptolemäus Soter anhebenden Jahrhunderte begegnen,und welche siimmtlich in Alexandria blühten oder zu Alexandria inBeziehung traten, war Euklid . 1 ) Proklus erzählt an das Mathe-matikerverzeichniss anknüpfend sein Auftreten in der Wissenschaft:

„Nicht viel jünger aber als diese ist Euklides , der die Elementezusammenstellte, vieles von Eudoxus llerrührende zu einem Ganzenordnete und vieles von Theiitet Begonnene zu Ende führte, überdiesdas von den Vorgängern nur leichthin Bewiesene auf unwiderleglicheBeweise stützte. Es lebte aber dieser Mann unter dem ersten Ptole-mäer. Archimed nämlich gedenkt beiläufig auch in seinem erstenBuche des Euklid, und man sagt ferner, Ptolemäus habe ihn einmalgefragt, ob es nicht bei geometrischen Dingen einen abgekürzterenWeg als durch die Elemente gebe; er aber ertheilte den Bescheid,

') Ueber Euklid vergl. David Gregory’s Vorrede zu seiner grossen Euklid-ausgabe (Oxford, 1702). Eabricius, Bibliotheea Graeca edit. llarless (Ham-burg, 1795) IV, 44—82. Gartz , De interpretibus et explanatoribus EuclidisArabicis (Halle, 1823). Der von Lacroix verfasste Artikel Ewclide in der Bio-graphie universelle. M. Cantor, Euklid und sein Jahrhundert im Supplement-heft zu lid. XII der Zeitschr. Math, l’hys. (Leipzig , 1867). Ilankel 381 — 404.