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Kapitel*XII.
zur Geometrie hin gebe es keinen geraden Pfad für Könige. Er istsomit jünger als die Schüler Platons, älter als Eratostlienes undArchimed; denn diese sind Zeitgenossen, wie Eratostlienes angibt.Seiner wissenschaftlichen Stellung nach ist er Platouiker und dieserPhilosophie angehörig, daher er denn auch als Endziel seines ganzenElementarwerkes die Construction der sogenannten platonischen Körperhinstellte.“')
Viel mehr, als in diesen Sätzen ausgesprochen ist, wissen wirnicht Uber die Lebensumstände des Schriftstellers, dessen Elementeunmittelbar oder mittelbar die Grundlage der gesammten Geometriebis auf unsere Zeit geworden sind. Nicht einmal das Vaterland desEuklid steht fest, wenn wir nicht der Angabe eines syrischen Be-richterstatters, des Abulpharagius, unbedingten Glauben schenkenwollen, welcher ihn einen Tyrer nennt. Andere wollen Euklid inAegypten geboren sein lassen. Noch Andere, aber sicherlich mitUnrecht, verwechseln ihn mit Euklides von Megara, dem ZeitgenossenPlatons, welcher rund 100 Jahre früher lebte. Auffallend genugfindet sich dieser Irrthum schon bei einem Schriftsteller aus demZeitalter des Tiberius, bei Valerius Maximus . Auch Geburts- undTodesjahr des Euklid sind durchaus unbekannt, und nur die Blüthe-zeit-) um 300 etwa wird durch den ersten Ptolemäer, unter welchen sie,wir wir durch Proklus erfahren haben, gefallen sein soll, bezeugt.Von seinem Charakter hat sich bei Pappus eine höchst liebenswürdigeSchilderung erhalten. Er sei sanft und bescheiden, voll Wohlwollengegen Jeden, der die Mathematik irgend zu fördern im Stande war,gewesen und habe absichtlich an früheren Leistungen so wenig alsmöglich geändert. 3 ) Pappus gibt auch ausdrücklich .an, das Euklid in Alexandria gelebt habe.
Schriften des Euklid sind uns mehrfach erhalten. Das Haupt-werk bilden die Elemente, aroi%£uc. Wir müssen annehmen, dasses an Bedeutung allen früheren Elementar werken weit überlegen war.So schildert es uns Proklus und die Bestätigung des Urtheils liegtin der Thatsache, dass alle Bücher seiner Vorgänger in dem Kampfeum das Dasein untergegangen sind, dass von Elementen, die durcheinen Griechen nach Euklid verfasst worden wären, nirgends einWort gesagt ist, dass vielmehr er ausschliesslich gemeint zu seinscheint, wo griechische Schriftsteller später von dem Elementen-schreiber schlechtweg reden, ohne einen Namen zu nennen. 4 )
>} Proklus (ed. Friedlein) 68. 2 ) Ftyore heisst es bei Proklus und diesesbedeutet hier sicherlich „blühte“ und nicht „ward geboren“. Vergl. E. Rohde„Viyov s in den Biograpbica des Suidas“ Rheinisches Museum für PhilologieXXXIII neuer Folge, 161-220 (1878). 3 ) Pappus VII, praefätio (ed. Hultsch)676 figg. 4 ) So Archimed, l)e sphaera et cylindro I, 6 (ed. Torelli pag. 75,ed. Nizze S. 48) wahrscheinlich mit Beziehung auf Euklid XII, 2. Diese Stelle