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Kapitel XIV.
Arohimedes und dessen geometrische Leistungen.
Wir stehen an der Schilderung des Schriftstellers, welcher derZeit nach unmittelbar auf Euklid folgt, dem Gehalte nach da«-e<>-enAllen den Vorrang abgewanu, die im Alterthum mit Mathematiksich beschäftigt haben. Wir brauchen nach dieser in wenigen Wor-ten enthaltenen Würdigung wohl kaum zu sagen, wen wir meinen.Archimedes ist einer der wenigen Mathematiker des Altertluims,welchen die Nachwelt zu allen Zeiten nach Gebär ihre dankbare Er-innerung zuwandte. Er hat sogar einen eigenen Biographen inlleraklides gefunden, einem Schriftsteller von nicht näher zu be-stimmender Lebenszeit, als dass er jedenfalls vor das VI. S. zu setzenist, da Eutokius aus ihm geschöpft hat.') Dieses vermutlich wich-tige Quellenwerk über das Leben des Archimedes ist uns verloren,und so muss, was über seine persönlichen Verhältnisse zu sagen ist,aus den verschiedensten Schriftstellern zusammengesucht werden. 2 )iArchimed wurde in Syrakus wahrscheinlich 287 v. Chr. geboren. Nach *einer Angabe war er dem Könige Hieron verwandt, nach einer an-deren dagegen, welche mehr Glauben verdienen dürfte, war er vonniederer Geburt. Sein nahes fast freundschaftliches Verhältnis« zudem Könige steht jedenfalls ausser Zweifel. Wer die Lehrer desArchimed gewesen sind, ist nicht bekannt. So viel gibt Diodor an 3 ),und ein unbekannter arabischer Schriftsteller bestätigt es, dass er inAegypten war, er wird daher jedenfalls zu den Alexandrinern in Be-ziehung getreten sein. Auch von einem Aufenthalte Archimeds inSpanien wird erzählt. Nach Syrakus zurückgekehrt lebte er dort derWissenschaft, deren praktische Anwendung er jedoch so wenig ver-schmähte, dass grade seine Leistungen in der Mechanik zu denen |gehören, welche ihn am Berühmtesten gemacht haben. Vor Allemwaren die Dienste, die er seiner Vaterstadt Syrakus im Kriege gegenRom leistete, geeignet seinem Namen Glanz zu verleihen. Die Be-mühungen des Archimed waren es ganz allein, so erzählt Livius ,welche die Angriffe des Marcellus auf die belagerte Stadt durch zweiJahre vereitelten. Nur durch eine Ueberrumpelung von der Land-seite aus gelang es 212 v. Chr. Syrakus zu nehmen, und bei dieser
') Archimedes (ed. Torelli) pag. 204 citirt Eutokius: ’K^ayiltCSr )s iv’--iQX l Mäovs ßim. 2 ) Die llauptquellen sind Plutarch (vita Marce 11 i),Livius XXV, Cicero (Tusculan. uudVerrin.), Diodor, Silius Italicus ,Valerius Maximus, Tzetzes . Die neuste Zusammenstellung in der Koppen -hagner Doctordissertation von 1879 : .1. L. Heiberg, Quaestiones Archi-medeae. 3 ) Diodor V, 37 .