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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XIV.

Gelegenheit starb Archimed im Alter von 75 Jahren'), ein Opfer derRohheit eines römischen Soldaten, welcher ihn niedermachte, wäh-rend er des Tumultes nicht achtend seine geometrischen Figuren inden Sand zeichnete. Ob er dabei die Worte ausspraeh: nagd xscpa-luv xcd (irj nagcc yguft^ccv, jener möge lieber den Kopf als die Linienihm verletzen, oder nur um Schonung seiner Figuren bat, dnoöTtßi,w dv&f}(07tB , tov dtßypap/aKröj fiov , wie ein anderer Berichterstatterin jedenfalls unrichtigem Dialekte ihn ausrufen lässt * 2 ), ist ziemlichgleicligiltig. Marcellus, der römische Feldherr, empfand grosse Trauerüber den Tod des berühmten Gegners und liess ihm ein Grabmalsetzen mit einer mathematischen Figur als Inschrift, wie jener eseinst selbst angeordnet hatte. Das Grabmal scheint indessen vonArchimeds Landsleuten schmählich vernachlässigt worden zu sein,da Cicero, der es bei seinem Aufenthalte in Syrakus , wo er 75 v. Chr.als Quästor von Sicilien verweilte, aufsuchte, es nur mit Mühe unterdem überwuchernden Gestrüppe entdeckte und an der Inschrift er-kannte. Er liess es darauf auf’s Neue in Stand setzen.

Die Schriften Archimeds 3 ) sind nur zum Theil auf uns gekom-men und zudem nicht alle im reinen unverderbten griechischen Grund-texte. Die besterhaltenen tragen als besonderes Kennzeichen nochan sich, dass sie im dorischen Dialekte abgefasst sind, wodurch sieauch sprachliche Wichtigkeit besitzen. Durch Vergleichung der Per-sönlichkeiten, welche in den einzelnen Schriften des Archimed ge-nannt sind, nämlich des lvonon, des Zeuxippus, des Dositheus,des Königs Ge Ion, durch fernere Vergleichung der nicht allzuselte-nen Benutzung in späteren Schriften von Sätzen, welche in früherenbewiesen worden waren, ist es gelungen folgende wahrscheinlich zu-treffende Anordnung der vorhandenen archimedischen Schriften nachihrer Eutstehungszeit zu erhalten: 1. Zw r ei Bücher vom Gleichgewichteder Ebenen, zwischen welche eine Abhandlung über die Quadraturder Parabel mitten eingeschoben ist. 2. Zw r ei Bücher von der Kugelund von dem Oylinder. 3. Die Kreismessuug. 4. Die Schnccken-linien oder Spiralen. 5. Das Buch von den Konoiden und Spluiroiden.(1. Die Sandeszahl. 7. Zwei Bücher von den schwimmenden Körpern.8. Wahlsätze.

Es will nicht gut angehen wieder, wie wir es bei Euklid getliauhaben, den Inhalt dieser Schriften einzeln und der Reihe nach durch-zusprechen. Dass einer solchen Darstellung nothwendigenveise die

<) Nach Tzetzea. Auf dieser Angabe beruht die Berechnung seines

Geburtsjahres. 2 ) Die erste Redensart nach Zonaras , die zweite nach Tzetzes.

3 ) Die beste Ausgabe des Textes und des Commentars von Eutokius von Aska-lon, so viel davon vorhanden ist, ist noch immer die von Torelli. Oxford, 17'J2.Die beste deutsche Uebersetzung von Nizze. Stralsund , 182 t. Eine Textausgabedurch Dr. lleiberg, welche in Leipzig erscheinen wird, ist im Drucke.