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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XVII.

die Epigonen sich tummelten, deren Bewegungen wir uns zu ver-gegenwärtigen haben.

Die meisten Schriftsteller freilich, die wir hier nennen werden,sind ihrer Lebenszeit nach höchst unbestimmt. Von Einigen ist es,wie wir selbst erklären, zweifelhaft, ob sie mit Recht grade in diesemKapitel zur Rede kommen. Am sichersten ist dieses wohl für Nikö-rn ed es und D io kies anzunehmen, die Erfinder der Conclioide undder Cissoide, mithin zweier Curven, deren Namen Geminus um dasdas Jahr 70 v. Clir. kannte'), die also zu dieser Zeit jedenfalls vor-handen waren, während andrerseits Nikomedes nach dem Berichtedes Eutokius'-) sich im Vergleiche zu Eratosthenes mit seiner Er-findung brüstete, also sicherlich auch nicht früher als um das Jahr 200etwa gelebt haben kann.

Die Conclioide oder Muschellinie des Nikomedes istder geometrische Ort eines Punktes, dessen geradlinige Verbindungmit einem gegebenen Punkte durch eine gleichfalls gegebene Geradeso geschnitten wird, dass das Stück zwischen der Schneidenden unddem Orte eine gegebene Länge besitzt. Je nach dem Grössenver-hältnisse des Abstandes des gegebenen Punktes von der gegebenenGeraden zu der gleichbleibenden Länge des Abschnittes zwischen derGeraden und der Conclioide besitzt letztere 3 verschiedene Formen,doch ist kaum anzunehmen, dass die Griechen diese Formen kannten,deren wesentlichste Verschiedenheit auf dem Zweige der Curve be-ruht, welcher von der festen Schneidenden aus gesehen auf derselbenSeite wie der feste Punkt liegt, und von diesem Zweige ist überhauptnicht die Rede. Allerdings wird, falls diese Meinung als richtig gilt,vollends unverständlich, was Pappus in seinem IV. Buche die zweite,dritte und vierte Conclioide genannt haben mag, die zu anderen

Zwecken als die erste benutzt wor-den seien? 3 ) Nikomedes nannte,wie wir durch Eutokius und Pap-pus wissen, den festen Punkt Pol,itokov. Er erfand auch, wie beideBerichterstatter uns melden, eineVorrichtung zur Zeichnung der Con-clioide, die aus der Figur sofortverständlich ist (Figur 53). Sie be-stand aus 3 miteinander verbun-denen Linealen. Zwei derselbenwaren senkrecht zu einander festvereinigt, und während das eine fast seiner ganzen Länge nach durch

') Proklus (ed. Friedlein) 177.

3 ) Pappus (ed. Ilultsch) 244.

Fig. Ü3.

! ) Arcliimedes (ed. Torelli) 146.