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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitol XVII

Ebenso verhält es sieh mit Zeuodorus,') dem Verfasser eineshöchst interessanten Buches über Figuren gleichen Umfanges.Die Grenzen, in welche sein Leben eingeschlossen werden kann, sindals feststehende obere Grenze die Zeit des Archimed, dessen Namebei ihm vorkommt, als mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich-keit anzugebende untere Grenze die Zeit des Quintilian , der von denDingen redet, welche in der Abhandlung des Zenodorus Vorkommen,wenn auch ohne ihn seihst zu nennen. Quintilian , mit welchem wires im 26. Kapitel zu thun haben werden, lebte 35—95 n. Chr. Dem-gemäss würde die Thätigkeit des Zenodorus etwa zwischen 200 v. Chr. und90 n. Chr. fallen. Man hat aber wohl mit Recht darauf aufmerksam gemacht,dass seine etwas breite Schreibart ihn als nicht allzuweit nach Euklid lebend betrachten lasse, 2 ) und demzufolge nehmen wir keinen An-stand ihn hier zu behandeln. Die Abhandlung des Zenodorus ist unsin mehrfacher Ueberlieferung erhalten. Einmal linden sich die Sätzeüber Figuren gleichen Umfanges ohne Angabe ihres Erfinders beiPappus im V. Buche seiner mathematischen Sammlung, 3 ) zweitens stehendieselben in dem Commentare des Tlieon von Alexandria 4 ) zum I. Buchedes ptolemäischen Almagestes. Bei Tlieon ist ausdrücklich Zenodorusals Verfasser der auszugsweise mitgetlieilten Abhandlung genannt,und Proklus bestätigt mittelbar diese Namensnennung. Er sagt unsnämlich, das Viereck mit einspringendem Winkel heisse hohlwinklig,HoiAopwviov, nach Zenodorus,'') und dieses Wort in der angegebenenBedeutung kommt wirklich in Theons Auszuge vor. Wir könnendrittens auf eine Abhandlung in griechischer Sprache über die Figurengleichen Umfanges hinweisen, welche den Namen keines Verfassersals Ueberschrift trägt und in wesentlicher Uebereinstimmug mit, wahr-scheinlich in einem AbhängigkeitsVerhältnisse zu Zenodorus steht,“)von Nachbildungen in anderen Sprachen zu schweigen. Von denvierzehn Sätzen des Zenodorus, welche fast gleichlautend bei Pappusund bei Tlieon sich erhalten haben, mögen der 1., 2., 6., 7. und 14.hier einen Platz linden: 1. Unter regelmässigen Vielecken vongleichem Umfange hat dasjenige den grösseren Inhalt, welches mehrWinkel hat. 2. Der Kreis hat einen grösseren Inhalt als jedes ihm

') Vergl. Nokk, Programm des Freiburger Lyceums von 18C0 und unsereBesprechung des 11. Bandes des Pappus (ed. Hultsch) in der Zeitschr. Math.Phye. XXII (1877), Histor. literar. Abthlg. 173—174. Eine Verwechslung desZenodorus mit einem bei Proklus genannten Zenodotus, welche, so lauge dieFriedlein’sche Proklusausgabe noch nicht vorhanden war, zu entschuldigen ge-wesen sein dürfte, veranlasste uns früher zu gegenwärtig ganz unhaltbaren Zeit-bestimmungen für ZenodoruB. 2 ) Pappus (ed. Hultsch) 1190. 3 ) Pappus V,

pars 1 (ed. Hultsch), 308 sqq. 4 ) Tlieon d’Alexandrie (ed. Halma. Paris ,1821) 33 sqq. Zum besseren Vergleich mit der Wiedergabe durch Pappus auchabgedruckt hei Pappus (ed. Hultsch) 1190 — 1211. 5 ) Proklus (ed. Fried-

lein) 165. n ) Pappus (ed. Hultsch) 1138 — 1165.