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Kapitel XVIII.
auch durch Pappus und durch einen Anonymus, der tun das Jahr938 in Byzanz lebte, bestätigt, welche beide von einem ileron vonAlexandria zu reden wissen. Ilerons Lehrer war, wie jener Anony-mus von Byzanz berichtet, Ktesibius, und diese Angabe findetgleichfalls Bestätigung sowohl dadurch, dass Broklus den ileron zugleichmit Ktesibius als Erfinder wunderbarer auf Luftdruck beruhenderVorrichtungen erwähnt, als wieder durch die Ueberschrift einerAbhandlung, welche ihren Verfasser „Herou des Ktesibius“ nennt,eine Verbindung zweier Namen, welche von alten Zeiten her nichtbloss dem Verhältnisse von Sohn und Vater, sondern auch dem vonSchüler und Lehrer entsprach. Ktesibius als Lehrer des Heron istaber ein Zeuguiss für das Zeitalter, in welchem dieser gelebt habenmuss. Ktesibius 1 ) nach einer Angabe in Alexandria geboren, nachden Meisten nur dort ansässig, während Askra sein Geburtsort war,hatte als Sohn eines Bartscheerers sich zuerst dem Gewerbe seinesVaters widmen müssen, war aber als geistvoller Erfinder physikalischerApparate, z. B. einer Wasserorgel, einer Wurfmaschine, welche Ge-schosse unter Anwendung zusammengepresster Luft schleuderte, zuhohem Ansehen gelangt. Seine Blüthe fiel in die Regierung vonPtolennius IX., Physkon (der Schmerbauch) oder Euergetes II. ge-nannt, d. h. innerhalb des Zeitraums von 170 bis 117, und somitdürfte die Wirksamkeit eines Schülers des Ktesibius nicht leicht früherals 120, nicht leicht später als 80 gesetzt werden dürfen. Ein zweitesZeuguiss'-’) für das Zeitalter des Ileron hat inan mit grosser Wahr-scheinlichkeit einer Schrift des Ileron selbst zu entnehmen gewusst.Dort sind Beobachtungen an zwei weit von einander entlegenenStandorten zu einem geodätischen Beispiele vereinigt und als dieseStandorte sind Alexandria und Rom gewählt. Ptolemäus XIII. NeosDionysos war aber der erste ägyptische König, welcher im Jahre 81durch die Römer eingesetzt wurde. Von da an waren alle Augenin Alexandria nach Rom gerichtet, während vorher mit grössererW ahrscheinlichkeit als an sich beliebiger Ort in einem blossen Bei-spiele Rhodos, vielleicht auch Athen gewählt worden wäre, so dassdas Datum jener einen Abhandlung dadurch fast mit Gewissheit bisetwa zum Jahre 80 herabrückt. Die Zusammenfassung der beidenMomente lässt es zu, so wie wir es gethan haben, die Blüthe Ileronsvon Alexandria auf das Jahr 1CIO anzusetzen, ein oder zwei Jahrzehntenach aufwärts oder abwärts als Grenzen freigegeben.
Agrimensoren und ihre Stellung in der Geschichte der Feldmesskunst. Leipzig ,1875. Die geometrischen griechischen Texte herausgegeben von Hultsch:Heronis Alexandrini geometricorum et stereomelricorum reliquiae. Berlin , 1864,theilweise auch von Vincent in den Notices et extraits des mamiscrits de labibliothique imperiale Tome XIX, Partie 2. Paris , 1858. ') Agrimensoren, 9
und 16. *) Martin, 1lecherches sur la vie etc. pag. 91.