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Dieser Heron war allem Anscheine nach der einzige seines Namens,welcher in der Geschichte der Mathematik einen Platz verdient.Pappus, der an verschiedenen Stellen von Heron redet, nennt ihnHeron schlechtweg oder Heron von Alexandria . Proklus, pedantischgenau in Vermeidung der Verwechslungen von Schriftstellern, wodieselben möglich wären, wie wir (S. 165) gesehen haben, -redetzweimal von dem Mechaniker Heron, viermal vorher und nachhervon Heron schlechtweg, und unter diesen vier Stellen ist gerade die-jenige, in welcher Heron mit Ktesibius zusammen genannt ist, sodass Heron ohne Beinamen bei Proklus jedenfalls derselbe ist wieHeron der Mechaniker oder der Schüler des Ktesibius. Eutokius inseinen Erläuterungen zur archimedischen Kreismessung (S. 274; redetgleichfalls nur von Heron, als wenn es eben nur einen solchen all-bekannten mathematischen Schriftsteller gäbe.
Dazu kommt die Unmöglichkeit einen anderweitigen Mathematikeroder Mechaniker Heron irgendwie geschichtlich unterzubringen. DerSchriftsteller, welchen mau ehedem als Heron den Jüngeren zubezeichnen pHegte, ist der vorerwähnte Byzantiner des X. S., welcherselbst Heron von Alexandria citirt, und dem den gleichen Namenbeizulegen auch nicht der geringste Grund vorliegt. Heron, derLehrer des Proklus, welcher in dem zweiten Viertel des V. S.lebte, hat überhaupt keine bekannt gewordene mathematische Schriftverfasst; ihn hat Proklus insbesondere sicherlich bei keiner seinerAnführungen im Sinne gehabt, sonst würde der überaus pietätvolleSchüler für ihn eine andere Bezeichnung als das einfache Heron,oder Heron der Mechaniker gewählt haben. Heronas , der, wieEutokius erzählt, einen Commentar zu Nikomachus schrieb, mithinzwischen den von ihm erläuterten Schriftsteller und den, der seinererwähnt, zwischen das II. und VI. S., fällt, ist eine im Uebrigendurchaus unbekannte Persönlichkeit, so dass es eine leichtfertige Ver-muthung wäre in ihm den Verfasser solcher Schriften erkennen zuwollen, welche als von Heron verfasst bezeichnet sind.
So einfach sich demnach die sogenannte heronische Frage,d. h. die Frage nach dem Verfasser der mathematischen und physi-kalischen Schriften, welche einem Heron beigelegt werden, zu lösenscheint, so sind doch noch Schwierigkeiten vorhanden, wie nichtanders zu vermuthen, da ja sonst Wunder nehmen dürfte, dass über-haupt jemals eine heronische Frage entstand. Die Handschriften derals heronisch bekannten Bücher sind ziemlich späten Ursprungs undverschiedenen Inhaltes. Kaum eine ist mit einer anderen zur vollenDeckung zu bringen. Bald fehlt eine, bald eine andere Abhandlung,und zum Ersätze findet sich wüeder in der zweiten Handschrift, w r asman in der ersten vergeblich suchte. Schon dadurch ist vollgültigeGewissheit über die Echtheit aller Stücke erheblich erschwert. Dazu