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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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361
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Neupythagoriiische Arithmetiker. Nikomachus. Theon. Thymaridas. 361

Römern zur Seite gestanden und fühlten von jetzt an den Einflussder mächtigen Weltbefreier, wie man die Römer noch nannte. Deut-licher wurde das Streben des die Stellung als Weltmacht sich erobern-den Staates, als um 150 die Nebenbulerschaft Karthagos vernichtetward, und mehr und mehr drängte sich in dem nun folgenden Jahr-hunderte römischer Wille den orientalischen Ländern mit EinschlussAegyptens auf. Gegen Aegypten selbst führte Cäsar im Jahre 47seine Truppen zum alexandrinischen Kriege, und der Eroberung derStadt leuchtete mit bildungsfeindlicher Flamme der Brand desBruclieion.

Wir haben von dem grossartigen Sammeleifer der ersten Ptolemäergesprochen. Ihnen fast voraus war die Gier, mit welcher König At-talus von Pergamum Bücher sich zu verschaffen suchte, und diese Wett-bewerbung soll die Ursache nachweisbar vorgekommener Fälschungengewesen sein. Im II. vorchristlichen Jahrhunderte tauchten plötzlichSchriften auf, von welchen der sein sollende alte Verfasser nie eineAhnung gehabt hatte, und welche wissenschaftlich nur so weit Ver-werthung finden können, als sie den Beweis liefern, dass man im II. S.mit den Dingen bekannt war, die den Inhalt derselben bilden. DurchAnkäufe echter und unterschobener Schriften wuchs die alexandri-nische Bibliothek so, dass sie in einem Gebäude nicht mehr Platzfand. Nachdem das Brueheion in der Nähe des Hafens angefülltwar, legte man eine zweite Sammlung im Tempel des Serapis an.Jene erste Hauptsammlung war es, die der Feuersbrunst zum Opferfiel, die mit mehr als 400 000 Bänden das vernichtende Elementnährte.

Das war ein harter Schlag für die Wissenschaft und derenalexandrinische Vertreter. Bis zu einem gewissen Grade wurde zwarErsatz geboten. Der römerfreundliche König von Pergamum , Attalus 111.,hatte sterbend im Jahre 133 v. Chr. den römischen Senat zum Erbenseiner Schätze eingesetzt, und Antonius überliess die pergamenischeBüchersammlung der Stadt, welche durch die Reize Kleopatras anihm einen Gönner gewonnen hatte. So war aufs Neue eine gross-artige Bibliothek, jetzt im Serapeion, vereinigt. War die grammatischeThätigkeit, welche wir bei unserem früheren Berühren der alexandri-nischen Wissenschaft als im Museum vorzugsweise neben und wohlvor der Mathematik gepflegt nannten, eine solche, die als Stoff ihrerUntersuchung ältere Schriften verwerthen musste, so mag jetzt, nach-dem man gesehen, wie ein Unglücksfall unschätzbar Vieles zerstörthatte, mehr noch als zuvor eine Neigung erwacht sein durch Er-läuterungen und Zusammenstellungen die alte Wissenschaft in Sicher-heit zu bringen. Andere Momente waren gleichfalls vorhanden, an-deren Beweggründen entstammend, aber für unsere Zwecke mit dercommentirenden Thätigkeit zusamenfallend.