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Kapitel XXIII.
aber, wie die gegebenen Grössen in ihm mit den Unbekannten ver-bunden sind, die Anwendung des Epanthems des Thymaridas erheischt:
Schmied’ mir die Krone und menge das Gold mit dem Kupfer zusammen,Füg’ auch Zinn noch hinzu sammt sorglich bereitetem Eisen.
Sechzig der Mienen sie hab’ an Gewicht. Zwei Drittel der KroneWiege das Gold mit dem Kupfer gemengt; drei Viertel dagegenGold mit dem Zinn im Gemisch; drei Fünftel betrage das Gold noch,Wenn du es fügst zu dem Eisen. Wohlan! nun sage mir pünktlich,
Was du an Gold musst nehmen und Kupfer, zu treffen die Mischung;
Wie viel Mienen an Zinn ; auch nenne die Masse des Eisens,
Dass du zu schmieden vermagst von 60 der Mienen die Krone.
Wie wir verschiedentlich Widersprüche in den Zeitangaben auftreten•sahen, so ist es auch hier wieder der Fall. Weil Metrodorus derRegierungszeit Constautin des Grossen d. li. dem ersten Drittel desIV. S. angehören soll, haben wir die dichterische Gestaltungunserer Epigramme derselben Zeit zugewiesen, und wenn Metrodoruswirklich alle die Epigramme verfasste, die unter seinem Namen er-halten sind, muss er frühsteus im letzten Drittel jenes Jahrhundertsgelebt haben. Ein ihm zugeschriebenes Epigramm kann nämlicherst nach dem Tode des Mannes verfasst sein, zu dessen Be-sprechung wir jetzt übergehen: Diopliantus von Alexandria . 1 )
Der Name dieses Schriftstellers war selbst dem Zweifel unter-worfen, so lauge man in griechischer Sprache nur die Geuitivformkannte, welche ebensowohl von einer Endung rj g als og sich her-leiten konnte. Man berief sich aber auf die arabische Form desNamens,welche mit der hier benutzten übereinstimmt und fand alsdann volleBestätigung in einer Stelle des Commentars Theons von Alexandriazum ersten Buche des Almagestes, wo unzweideutig z/to'qpßnrog stehtund unser Algebraiker gemeint sein muss, weil es sich bei Theon 2 )um einen Satz handelt, der bei Diophant wirklich in dem dort an-gegebenen Wortlaute vorkommt. Der gleichen Form z)io<pav rog hatsich auch Johannes von Jerusalem bedient. 3 ) Am Ende des VIII. S.lebte nämlich Johannes von Damaskus , der gleich seinem VaterSergius als Christ Schatzmeister des Chalifen Abdalmelik war. Erzog sich jedoch bald in das Kloster Saba zurüch, wo er, wie dieEinen sagen, 780, nach anderer Meinung 760 gestorben ist. 4 ) Das
9 Ueber Diophant hat Cossali, Origine, trasporto in Italia, primi progressiin essa dell’ algebra I, 56—95. Parma, 1797 gehandelt; dann Otto Schulz in derEinleitung und den Anmerkungen zu seiner deutschen Uebersetzung des Dio-phant. Berlin , 1822. Nesselmann, Algebra der Griechen S. 243—476. Hankel157—171. 2 ) Theon d’Alexandrie (ed. Halma ) I, 111. 3 ) Vosaius, l)e scientiismathematicis (Amsterdam , 1650) pag. 432 hat die betreffenden Worte abgedrucktund citirt dafür „pag. 683 edit. Basil.“ 4 ) A. von Kremer, Kulturgeschichtedes Orientes II, 402—403 (Wien , 1877).