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Leben dieses Johannes von Damaskus hat nun sein jerusalemitischerNamensgenosse beschrieben und ihm dabei nachgerühmt, er sei inder Geometrie so bewandert gewesen wie Euklid , in der Arithmetikwie Pythagoras und Diophantus.
Für das Leben des Diophantus sind uns zw r ei weit getrennteGrenzen gegeben. Damit Theon seiner erwähnen konnte, müssenseine Schriften spätestens um 370 vorhanden gewesen sein. Damiter Hypsikles nennen konnte, dessen Definition der Vieleckszahlen eruns aufbewahrt hat (S. 312), muss er später als 180 v. Chr. gelebthaben. So ist ein Zwischenraum von ganzen 550 Jahren gewonnen,in welchem Diophant unterzubringen ist. Die Gründe, wesshalb mauvermuthet, Diophant müsse ganz am Ende der überhaupt möglichenZeit gelebt haben, sind theils negative, theils ein positiver. Negativlässt man sich dadurch bestimmen, dass weder bei Nikomachus, nochbei Theon von Smyrna , noch bei Jamblichus eine Erwähnung desDiophant oder seiner Lehren aufgefunden w T orden ist, so nahe die-selbe grade diesen Schriftstellern gelegen hätte, dass überhaupt eineEinwirkung des Diophant auf griechische Arithmetik nicht nachzu-weisen ist, was nur dann begreiflich erscheint, wenn man annimmt,er habe erst nach den Männern gelebt, welche ihn einigermassemwenn auch nicht vollkommen zu verstehen im Stande waren. Dazukommt dann das positive Zeugniss des Abulpharagius, eines syrischen Geschichtsschreibers aus dem XIII. S., Diophant sei Zeitgenosse desJulianus Apostata gewesen, welcher 361 — 363 regierte. Damitgewinnt eine Vermuthung Wahrscheinlichkeit, es sei unser Diophantgewesen, welchen Suidas Lehrer des Sophisten Libanius nennt, daLetzterer bekanntlich unter Kaiser Julian , wie unter dessen Nach-folgern in Ansehen stand und nicht vor 391 starb. Der einzigeGegengrund ist der, den wir oben schon berührten, und der aufeinem Epigramme über die Lebensdauer des Diophant beruht. W'enndieses wirklich, wie in der Anthologie angegeben ist, von Metro-dorus herrührt, und wenn Metrodorus unter Constantin demGrossen lebte, so muss auch Diophant so spät als möglich gesetztam Anfänge des IV. S. gelebt haben, später als Nikomachus und alsTheon von Smyrna, dagegen nicht später als Jamblichus.
Jenes Epigramm enthält Alles, was wir von den persönlichenVerhältnissen des Diophantus wissen.
Hier dies Grabmal deckt Diophantus . Schauet das Wunder!
Durch des Entschlafenen Kunst lehret sein Alter der Stein.
Knabe zu sein gewährte ihm Gott ein Sechstel des Lebens;
Noch ein Zwölftel dazu, sprosst’ auf der Wange der Bart;
Dazu ein Siebentel noch, da schloss er das Bündniss der Ehe,
Nach fünf Jahren entsprang aus der Verbindung ein Sohn.
Wehe das Kind, das vielgeliebte, die Hälfte der Jahre
Hatt’ es des Vaters erreicht, als es dem Schicksal erlag.