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Kapitel XXI11.
Drauf vier Jahre hindurch durch der Grössen Betrachtung den KummerVon sich scheuchend auch er kam an das irdische Ziel.
Demgemäss hat er zu 33 Jahren sich verheirathet, zu 38 Jahreneinen Sohn bekommen, der selbst nur 42 Jahr alt wurde, und istmit 84 Jahren gestorben. Wer aber Diophantus von Alexandria war,darüber sagt uns auch das kleine niedlich erfundene Räthselgediclitnicht das Mindeste. Es fällt in das Gebiet der durchaus ungestütztenVermuthungen, wenn man hat behaupten wollen, Diophant vonAlexandria habe in dieser Stadt nur seinen Wohnsitz gehabt undsei selbst gar nicht Grieche gewesen, so wenig wie seine Wissen-schaft griechischen Ursprunges sei. Die Möglichkeit dieser Annahmeist nicht ausgeschlossen; man kann ihr beipflichten ohne in be-stimmter Weise Widerlegung zu finden; aber sie ist nicht noth-wendig. Erinnern wir uns der algebraischen Begriffe, welche wachsendund an Gewicht zunehmend bei Euklid , bei Archimed, bei Heron, beiden Neupytliagoräern, bei Pappus uns begegneten, und wir habennicht nöthig die Brücke abzubrechen, welche auf dem Boden Alexan-drias, den jedenfalls Euklid , Heron und Pappus bewohnten, in fastunmerklicher Steigung, wenn man die Weite der Jahreskluft erwägt,von den Hauaufgaben des Ahmes zu den Gleichungen des Diophantushinaufführt. Uns ist Diophant mit seinem in Griechenland mehrfachvorkommenden Namen wirklicher Grieche, Schüler griechischer Wissen-schaft, wenn auch ein solcher, der weit über seine Zeitgenossen her-vorragt, Grieche in dem, was er leistet, wie in dem, was er zu leistennicht vermag. Eines w r ollen wir dabei keineswegs ausgeschlossenhaben, was wir übrigens zu Anfang dieses Kapitels anzudeuten schonGelegenheit nahmen: dass nämlich die griechische Wissenschaft, wiesie von Alexandria aus nach Westen und nach Osten erobernd vor-draug, wovon folgende Abschnitte unseres Bandes Zeugniss ablegen,von den gleichen Eroberungszügen auch neuen Werth an Ideenmit nach Hause brachte, dass die griechische Mathematik als solchenie aufgehört hat sich anzueignen, was sie da oder dort aneignens-werthes fand.
Diophant hat ein Werk unter dem Namen Arithmetisches, 1 )«(Hfl-ftTjTixß, verfasst, über dessen Eintheilung er sich in der Vorredefolgendermassen äussert: „Da aber bei der grossen Masse der Zahlender Anfänger nur langsam fortschreitef, und überdies das Erlernteleicht vergisst, so habe ich es für zweckmässig gehalten, diejenigenAufgaben, welche sich zu einer näheren Entwicklung eignen undvorzüglich die ersten Elementaraufgaben gehörig zu erklären und